Domberg Freising XXL „unten + oben“ – Urbs Pons Mons

Verfasserin: Susanne Kurfer
Studiengang: Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlicher Raum (Bachelor-Thesis)
Betreuung: Prof. Regine Keller (TU München)
 

Copyright: Susanne Kurfer

Copyright: Susanne Kurfer


Zusammenfassung

Durch den Entwurf URBS PONS MONS entsteht ein hochwertiger und städtischer, aber dennoch grüner Aufenthaltsort am Wasser für Bürger und Touristen im Zentrum der historischen Stadt Freising. Außerdem hat der Entwurf  zum  Ziel, eine ökologisch sinnvolle, aber dennoch ästhetisch ansprechende Aufwertung der Flächen südlich des Domberges zu leisten und die Vernetzung der Wege für Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich zu verbessern.
Dies wird erreicht durch die Umgestaltung des Moosachufers zu einem Naturbad und durch das Herausarbeiten von wertvollen Aufenthaltsflächen, sowie durch eine Verbindung des Südufers mit dem Nordufer durch eine Brücke. Dadurch ist zum einen ein Weg zum Bahnhof hergestellt, zum anderen die Ostwestverbindung über
 den Fürstendamm sichergestellt. Um direkt von Süden auf den Domberg zu gelangen, wird ein Aufzug im Süden installiert, von dem man über einen Steg auf das Dach der Tiefgarage am Domberg gelangt.
 
Im Naturschwimmbad sind Sitzstufen am Wasser und einer Liegewiese integriert. Der Zulauf der Wasserfläche ist mit Steinen, die die Flussdynamik erhöhen und Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten bieten und mit Stauden für Fließgewässer ausgestattet.
 In diesem Bereich ist die Wassertiefe gering, sodass der Besucher zu der im Wasser liegenden Insel mit altem Baumbestand waten kann. Die Insel bietet Erholungs- und Aufenthaltsfläche, ebenso wie die angrenzende Holzplattform, die nahe im Wasser schwimmt. Die Integration eines Cafés im bestehendem Renovabis- Gebäude steigert die Aufenthaltsqualität am Wasser und belebt den Ort, ebenso wie die Jugendherberge, die in der ehemaligen Brey-Mühle Platz gefunden hat.
 
Die im Bestand vorgefundene Fläche zum Spielen für Kinder am südlichen Moosachufer wird zu einem größeren Spielplatz mit Wasserspielgeräten erweitert und bietet zusätzlich Platz zum Verweilen. Die Raingardens um den Parkplatz des Supermarkt-Areals südlich der Moosach bewirken eine Filterung des oberflächlich ablaufenden Regenwassers, sowie eine Regenwasserretention bei Starkregenereignissen. Zudem leisten sie einen ökologischen und ästhetischen Mehrwert auf dem stark versiegelten Parkplatz und leiten den vom Bahnhof kommenden Besucher über die neue Verbindung über die Moosach zum Domberg.

Die Staudenflächen am nördlichen Ufer sind in ihrer Gestaltung angelehnt an eine Hochstaudenflur, wie sie in der Natur an feuchten Standorten und an Bächen beobachtet werden kann. Sie säumen die Wege und begeistern  den Betrachter durch ihre Strukturvielfalt und Farbenpracht.

Begründung der Preiswürdigkeit

Frau Kurfer ist es in ihrer Abschlussarbeit sehr überzeugend gelungen am Fuße des südlichen Dombergs in Freising einen Vorschlag für die Entwicklung einer sorgfältig durchdachten Freizeitlandschaft am Ufer der Moosach zu entwickeln. Neben einem sensibel eingefügten Flussbad hat sie längst fällige Wegeverbindungen und Aufenthaltsräume geplant. Darüber hinaus propagiert sie mit ihrer Idee der „Raingardens“ im urbanisierten Bereich einen interessanten, kleinklimatisch und ökologisch wirksamen Raum.


Geschrieben am 21.12.2017 - geändert am 01.02.2018

 

© 2018 Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla

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