Neubaupläne bedrohen Garten des denkmalgeschützten Magnus-Hauses in Berlin Mitte

Das von Knobelsdorf entworfene Magnus-Haus sei mit seinem Garten „das letzte Beispiel eines barocken bürgerlichen Stadtpalais in Berlin-Mitte und mit seinem Garten ein historisches Zeugnis von höchster Bedeutung.“ Das Ensemble ist das letzte Beispiele barocker Lebens- und Wohnkultur im Berliner Zentrum. Den vom Siemens geplanten Neubau mit Tiefgarage im Garten des Sitzes der Physikalischen Gesellschaft haben die Experten im Landesdenkmalrat hatten einhellig abgelehnt.

Abgelehnt, weil „jegliche Überbauung des Gartens das Denkmal schwer beeinträchtigt und zudem die Liegenschaft innerhalb der Pufferzone des Weltkulturerbes Museumsinsel Berlin liegt.“

Auch wenn der Garten nach dem Krieg seine historische Ausstattung verloren hat, so ist der Mauer umfriedete ca. 3000qm große Gartenbereich ein seltenes Zeugnis der bürgerlichen Kultur in der Köningsstadt, dass jetzt ohne Not einer willkürlichen Nachverdichtung und großflächigen Unterkellerung zum Opfer fallen soll.

Dies ist umso unverständlicher, als in der Nachbarschaft am Monbijoupark, Petriplatz, Werderschen Markt oder der Breiten Straße in ausreichenden Umfang verfügbare Neubauflächen erschlossen werden.

Aus gartendenkmalpflegerischer Sicht ist diese unverantwortliche Form der Nachverdichtung einer einmaligen historischen Situation grundsätzlich abzulehnen.

Der Garten ist in Zusammenhang mit der Nutzung des historischen Gebäudes als Tagungs- und Veranstaltungshaus als unverzichtbarer Denkmalbestandteil zu werten mit der Überbauung des Gartens würde auch das Baudenkmal wesentlich an Wert verlieren.

Das Bund Deutscher Landschaftsarchitekten lehnt das Vorhaben der Siemens AG daher vollständig ab.

Das begrüßenswerte Vorhaben der Siemens AG, im Berliner Zentrum eine Firmenrepräsentanz zu errichten lässt sich  in unmittelbarer Nähe realisieren, da repräsentative Adressen für Neubauvorhaben in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. 

 

Positionspapier des bdla Berlin-Brandenburg

26.06.2013

 


Geschrieben am 22.07.2015

 

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