Grüne Wohnkultur - Berlin muss Chancen nutzen

Pressemitteilung, 14.09.2015

Stadtparks, Quartiersplätze, Grünzüge - darauf setzt Berlin. Grün fängt aber schon direkt vor der Haustür an. Gerade bei Neubauprojekten müsse eine Grüne Wohnkultur von Beginn an mitgeplant werden, fordert der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Berlin-Brandenburg (bdla_bb). Leider sei dies bislang nicht Realität, selbst bei Projekten der kommunalen Wohnungsbauunternehmen, die traditionell gute Freianlagen geschaffen haben. „Häufig wird das Grün aufgrund des hohen Kostendrucks, Stichwort Generalunternehmerverträge, bestenfalls mitgeschleppt", sagt Philipp Sattler vom bdla_bb. Schlimmer noch: Budgetüberschreitungen im Hochbau würden durch Kürzungen im Grün kompensiert. "Das Resultat ist Architektenpetersilie, die wenig zu tun hat mit den Qualitäten, die echtes Grün vor der Wohnungstür haben kann", so Philipp Sattler. Berlin müsse seine Chancen hier besser nutzen.

Wie das gehen kann, zeigt Philipp Sattler zusammen mit seinem Verbandskollegen Stefan Reimann: Sie haben für den der bdla Berlin-Brandenburg eine online-Ausstellung organisiert, die sich Freiräumen im Wohnungsbau widmet. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung konnten sich Berliner und Brandenburger Landschaftsarchitekten mit aktuellen Projekten bewerben: 22 Projekte wurden ausgewählt und werden auf der Website www.draussen-im-zentrum.de präsentiert.

Eröffnet wird die Ausstellung am 15.09.2015 in der „Place one – Panorama Lounge“ am Strausberger Platz 1 in 10243 Berlin-Mitte mit einer Podiumsdiskussion. "Es freut uns besonders, dass wir Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel als Keynote-Speaker gewinnen konnten", so Philipp Sattler.

Der Verband der Landschaftsarchitekten  möchte sich dafür stark machen, dass ein qualifizierter Freiflächenplan verbindlicher Teil des Bauantrags wird. Nach Einschätzung des bdla_bb werden damit kontroverse Belange frühzeitig abgestimmt, was zu einer erheblichen Qualitätssteigerung und, wie Münchner Beispiele zeigen, auch zu einer Beschleunigung der Wohnungsbauprojekte führt. Im Moment gehe es im Freiraum häufig nur darum,  Abfallcontainer, Feuerwehrflächen oder Fahrradstellplätze „unterzubringen“. Wohnkultur bleibt da auf der Strecke, so Sattler: "Wir wollen Aufenthaltsqualität, also atmosphärische Synergien zwischen Wohnung und Freiraum sowie die tatsächliche Berücksichtigung ökologischer Belange, z.B.  über Dach- und Fassadenbegrünung. Das verstehen wir unter Grüner Wohnkultur und nachhaltiger Stadtentwicklung", so Sattler.

Weitere Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Grüne Wohnkultur in der Metropole“ sind die ehemalige Bundesvorsitzende des bdla, Andrea Gebhard aus München, Reiner Nagel, Vorstandvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, Potsdam, Irene Lohaus, Professorin an der TU Dresden sowie Stefan Schautes, Leiter der Neubauabteilung der HOWOGE Berlin.


Geschrieben am 14.09.2015 - geändert am 08.07.2016

 

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