Zur Seite: AktuellZur Seite: PlanungsbürosucheZur Seite: MitgliederserviceZur Seite: Öffentlichkeit/PRZur Seite: Wir über uns
Aktuell - Pressemitteilungen

Top-Themen


News


bdla newsletter


Pressemitteilungen


Veranstaltungen


Job- + Praktikabörse

Treten Sie ein!
Qualität versus Quantität in der Hochschulausbildung?

BDLA-Arbeitskreis Ausbildungswesen tagte am 23./24.Mai 2003 in Dresden

Vor dem Hintergrund knapper werdender Finanzmittel ist an vielen Hochschulen die Tendenz erkennbar, frei werdende Professuren temporär oder – im schlimmsten Fall – dauerhaft nicht wieder zu besetzen. "Insbesondere wenn Kernfächer der Landschaftsarchitektur wie Landschafts- oder Objektplanung dem Rotstift zum Opfer fallen, wird die Qualität der Hochschulausbildung massiv in Frage gestellt", so Thomas Leyser, BDLA-Fachsprecher Ausbildungswesen.

Beispielsweise sind an der Fachhochschule Erfurt die Professuren für Bautechnik und Ausführungsplanung sowie für Garten- und Landschaftsarchitektur vakant, deren Wiederbesetzung ist noch offen. An der Technischen Universität Dresden ist zu befürchten, dass die in wenigen Jahren frei werdenden Professuren für Landschaftsplanung und Landschaftsbau gestrichen werden könnten, weil an der gesamten Architektur-Fakultät vier Professuren eingespart werden müssen.

Gleichzeitig ist wahrscheinlich, dass einzelne Hochschulen aufgrund demografischer Entwicklungen ihre Ausbildungskapazitäten mittelfristig nicht mehr auslasten können, vorhandene Studienplätze also vakant bleiben. Es entstünde die widersprüchliche Situation, dass an der einen Hochschule dringend benötigtes Lehrpersonal fehlt, während anderswo vorhandene Ressourcen nicht voll genutzt werden, weil die Studenten fehlen. Daher müssen sich sowohl die Hochschulen als auch der Berufsstand mit den geänderten Rahmenbedingungen auseinandersetzen und versuchen, die Zukunft der Ausbildung aktiv zu gestalten, will man nicht von anderen – Politik und Verwaltung – unter Zugzwang gesetzt werden.

Der Arbeitskreis Ausbildungswesen des BDLA sieht einen Lösungsansatz darin, die vorhandenen (finanziellen) Ressourcen zu bündeln, um die Qualität der Ausbildung auch zukünftig gewährleisten zu können. Qualität statt Quantität muss die Devise lauten. Dies wird womöglich eine Kapazitätsanpassung an einzelnen Ausbildungsstätten unumgänglich machen, wobei eine Mindestgröße von 40-50 Studienanfängern pro Jahr gegeben bleiben muss. Eine Bündelung der Ressourcen könnte u.a. durch verstärkte Kooperationen zwischen den Hochschulen – über Bundesländer- und Staatengrenzen hinweg – erreicht werden, wie es z.B. bereits beim Masterstudiengang IMLA an den Hochschulen Nürtingen, Rapperswil (CH) und Weihenstephan praktiziert wird.

Unter der Zielstellung, die Qualität der Hochschulausbildung und damit die Qualifikation des beruflichen Nachwuchses zu sichern, tagte der Arbeitskreis Ausbildungswesen des BDLA am 23. und 24. Mai 2003 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden-Pillnitz und der Technischen Universität Dresden. Der Arbeitskreis trifft sich turnusmäßig an allen deutschen Hochschulen, die Studiengänge im Bereich Landschaftsarchitektur anbieten. Dabei werden im engen Dialog zwischen Berufspraxis und Hochschulen aktuelle Probleme und Entwicklungen diskutiert, z.B. die Reform von Studienordnungen oder die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen.

Konkret wurde in der Sitzung in Dresden die Ausbildungssituation an den beiden Hochschulen diskutiert und generell positiv beurteilt. Einschränkend muss für die TU festgestellt werden, dass die Rahmenbedingungen im Bereich EDV mangelhaft sind. Zwar ist ein Computerpool mit entsprechender Hard- und Software vorhanden, das notwendige Personal, sowohl für die Administration der Anlagen als auch für die Betreuung der Studenten, fehlt leider. Nicht nur fundierte CAD-Kenntnisse, sondern vor allem auch der Umgang mit Geografischen Informationssystemen sind heute unentbehrlich in der Landschaftsarchitektur. Im Sinne einer hohen Ausbildungsqualität muss die EDV-Ausstattung zwingend einhergehen mit entsprechenden Lehr- und Lernangeboten, verlangt also eine angemessene personelle Ausstattung. Hier sollte an der TU Dresden kurzfristig nachgebessert werden, empfiehlt der BDLA-Arbeitskreis.

Im Vorfeld der oben genannten Sitzung fand eine Informationsveranstaltung des BDLA an der HTW in Pillnitz statt, in der mit den Studenten die Problematik von Bachelor- und Masterabschlüssen diskutiert wurde. Es wurde erneut deutlich, dass die Einführung konsekutiver Studiengänge sehr unterschiedlich bewertet wird und zu Verunsicherungen bei vielen Studenten führt. – Ein Grund mehr für den BDLA, die Entwicklung weiter zu begleiten, u.a. über seine Mitgliedschaft und Mitarbeit in ASAP, dem Akkreditierungsverbund für Studiengänge der Architektur und Planung. Dabei bekräftigt der BDLA die Position der ASAP, dass sechssemestrige Bachelor-Studiengänge nicht allein, sondern nur in Kombination mit einem Master-Abschluss, zur vollen Berufsbefähigung als Landschaftsarchitekt und zur Kammerfähigkeit führen können.
 

Zurück

© bdla / www.bdla.de / aktualisiert am 21. März 2012
 

Druckansicht der Seite
Home  • • • 
Kontakt  • • • 
Suche  • • • 
English  • • •