nrw.landschaftsarchitektur.preis

Am Donnerstag, den 23. Juni 2016, 19 Uhr, fand m NRW-Forum in Düsseldorf die Preisverleihung und die Ehrung der Preisträger des „nrw.landschaftsarchitektur.preis 2016“ statt. Es wurden insgesamt 19 Arbeiten eingereicht. Vier Projekte wurden prämiert. Die beiden Preise gingen an Danielzik + Leuchter, Landschaftsarchitekten Duisburg, für das Projekt "Innere Hustadt Bochum", an Scape Landschaftsarchitekten GmbH, Düsseldorf, für das Projekt "Grüne Mitte Essen". Die beiden Würdigungen gingen an Geskes und Hack, Berlin, für das Projekt "Seepark Zülpich" und an RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, für das Projekt "Park am Wallgraben Zülpich", welche beide im Rahmen der Landesgartenschau Zülpich 2014 realisiert worden waren. Pressemeldung als download!

Preise
Für die Projekte Stadtumbau Innere Hustadt (hier Hufelandplatz und Verbindungsachse im Quartier), Bochum, des Büros Danielzik und Leuchter Landschaftsarchitekten, Duisburg, und Grüne Mitte Essen des Büros Scape Landschaftsarchitekten GmbH, Düsseldorf, sprach die Jury jeweils einen Preis aus,  da hier Landschaftsarchitektur im besonderem Maße ganzen Quartieren eine völlig neue Qualität verliehen hat. Beide Büros hatten es mit Problembezirken zu tun: In Bochum mit einer typischen Großsiedlung der 70er Jahre, in Essen mit einer Brachfläche am Rande der Innenstadt. Während in der Bochumer Großsiedlung Innere Hustadt vor allem die Bürgerbeteiligung hervorgehoben wurde sowie die Schaffung von identitätsstiftenden Räumen im Bestand auffiel, führten in Essen andere Aspekte zu einem Preis. In dem teilweise neu aus dem Boden gestampften Quartier waren vor allem die überzeugende Gestaltungssprache, mit der Wasser zukunftsweisend in den Stadtraum eingearbeitet wurde, und die Schaffung einer qualitätsvollen Grünver¬bindung in einer heterogenen Umgebung preiswürdig.

Würdigungen
Die Büros RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Bonn und Geskes + Hack aus Berlin wurden jeweils für ihre Entwürfe für die Stadt Zülpich mit einer Würdigung ausgezeichnet. Die Planungen im Park am Wallgraben beziehungsweise am Seepark waren im Rahmen der Landesgartenschau 2014 entstanden. Mit diesen Würdigungen lobte die Jury zum einen die neuen Impulse für Stadtentwicklung durch hervorragende Planung, zum anderen verwies sie damit auf die städtebauliche Wirksamkeit von Gartenschauen.

Flyer mit weiteren Infos als download!

Am 17. Februar fand unter dem Vorsitz von Prof. Katja Benfer, bbzl Landschaftsarchiteken Berlin, die Jurysitzung zum nrw.landschaftsarchitektur.preis 2016 statt. Unter den eingereichten Projekten wurden vier Arbeiten einstimmig von der Jury prämiert. 

Im Jahre 2004 wurde der nordrhein-westfälische Landschaftsarchitekturpreis erstmals ausgelobt und seitdem im 2-jährigen Turnus ausgeschrieben. Der Preis dokumentiert die Leistungsfähigkeit und Kreativität der LandschaftsArchitekten/innen und stellt diese außenwirksam dar. Die Projekte müssen in NRW realisiert worden sein und dürfen nicht älter als vier Jahre sein. Die eingereichten Arbeiten wurden über Wanderausstellungen und Veröffentlichungen in den unterschiedlichsten Medien einer breiten Öffentlichkeit publik gemacht. Insofern ist alleine schon die Teilnahme am Verfahren ein Gewinn für jedes Büro und eine gute Möglichkeit für eigene Öffentlichkeitsarbeit!

Das gesamte Spektrum vom kleinen Hausgarten bis zum großen Stadtpark kann eingereicht werden. Ende November/Anfang Dezember 2015 wird der nrw.landschaftsarchitektur.preis zum siebten Mal ausgelobt. Die Auslobungsunterlagen können dann auf dieser Seite downgeloadet werden. Sponsor des Wettbewerbs 2016 ist wieder die Firma RINN Beton- und Naturstein GmbH & Co.KG und neu dazu gekommen der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V..

Der nrw.landschaftsarchitektur.preis 2016 wird wieder in Zusammenarbeit mit dem Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI NRW) im Rahmen einer mobilen Ausstellung präsentiert. Erstmailg ist diesmal auch eine Dokumentation des Preises geplant. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Etablierung des nrw.landschaftsarchitektur.preises weiter voran zu treiben und ein breiteres Publikum mit aktuellen Themen und Tendenzen der Landschaftsarchitektur in NRW anzusprechen. Nächster Termin: Im Rahmen der Konferenz Grüne Infrastruktur, die von bdla und Regionalverband Ruhr (RVR) auf Zeche Zollverein im SANAA-Gebäude (Essen) veranstaltet wird, präsentieren wir am 13.10.2016 gemeinsam mit dem M:AI NRW die Ausstellung.

 

 

Mit der Preisvergabe sollen die Kreativität und die Gestaltungs- und Leistungsfähigkeit von Landschaftsarchitektinnen und –architekten sichtbar werden. Projekte und Planer und Bauherren werden ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit vorbildlich wirken, weil sie eine gestalterisch hochwertige, sozial und ökologisch orientierte Siedlungs- und Landschaftsentwicklung und eine zeitgemäße, mutige und kreative Landschaftsarchitektur fördern. Die Projekte müssen realisiert sein.

Archivinformation

Zum nrw.landschaftsarchitektur.preis 2014 wurden insgesamt 22 Arbeiten eingereicht.  Vier Projekte wurden prämiert. Die Preise gingen an Thomas Dietrich, Planergruppe GmbH Oberhausen für das Projekt Schalker Verein Gelsenkirchen, an Ehm Eike Ehrig, L-A-E LandschaftsArchitektur Ehrig & Partner (Bielefeld) für das Projekt Johannisberg Bielefeld, an Ulrike Böhm,  bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau (Berlin) für das Projekt Nordpark Pulheim und an Jutta Wakob, LILL + SPARLA Landschaftsarchitekten (Köln) für das Projekt Familienpark Zoobrücke Köln.

Am 8. Oktober 2014 um 18 Uhr fand in Köln im technischen Rathaus die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung statt. Die Ausstellung lief bis zum 13. November 2014. In 2015 wurden die prämierten und eingereichten Projekte vom 5. Februar bis 6. März in Bielefeld und vom 11. März bis zum 11. April 2015 Gelsenkirchen gezeigt. Vom 15. April bis zum 13. Mai 2015 war die Ausstellung in Pulheim zu sehen. Begleitend zur Ausstellung fand am 6. Mai gemeinsam mit den Landschaftsarchitektekten des prämierten Projektes Nordpark Pulheim ein Spaziergang durch den Park mit anschließender Besichtigung der Ausstellung statt. 

Beim Projekt Schalker Verein Gelsenkirchen würdigte die Jury insbesondere den behutsamen und nutzerorientierten Ansatz. Das Konzept zur Wiedernutzbarmachung des Areals „Schalker Verein“ setzt sich mit der nach wie vor aktuellen Fragestellung der Nachnutzung altindustrieller Relikte auseinander. Der Planergruppe Oberhausen gelingt es dabei, mit einer ebenso kraftvollen wie uneitlen Formensprache den Raum neu zu definieren und dabei die Ästhetik nutzergenerierter zufälliger Elemente ganz selbstverständlich zu integrieren.

Der respektvolle Umgang mit dem historischen Erbe überzeugte die Jury bei dem Projekt Johannisberg in Bielefeld. Mit dem Johannisberg rückt die Wiedernutzbarmachung vergessener Orte in den Fokus. Ein Ort mit Geschichte wird über Parkpflegewerke untersucht und seine Qualitäten werden behutsam wiederentdeckt und schließlich in konkrete Gestaltung umgesetzt, die sich sehr zurückhaltend gibt und großen Respekt gegenüber der Vergangenheit spüren lässt (Foto Gerald Pätzer).

Besonders beeindruckt war das Preisgericht von der schlichten, aber kraftvollen und wie selbstverständlich wirkenden Lösung des Übergangs zwischen Innen und Außen beim Projekt Nordpark Pulheim. Mit der Definition eines Siedlungsrandes über eine Art „parc agricole“ gelingt bbzl die Schaffung eines neuen Typs von Naherholungslandschaften am Stadtrand. Integriert in das Projekt „Regio Grün“ der Regionale 2010 schafft der Nordpark eine abwechslungsreiche und spannende Genese aus Landwirtschaft und Stadtrand. Die Qualitäten des Wettbewerbsentwurfes wurden mit großer Sorgfalt in gebaute Landschaft übersetzt.

"Eine kluge Lösung für Unorte und die typischen Schmuddelecken unserer Städte ist das  Projekt Familienpark unter der Zoobrücke"  befand die Jury einstimmig.  „Unter der Brücke“ – ein typischer Unort wird mit Mitteln der Landschaftsarchitektur zu einem Familienspielzimmer im Freien. Die Idee und ihre ästhetisch-funktionale Umsetzung sind beispielgebend für den Umgang mit vergleichbaren Situationen. Vermeintliche Standortnachteile werden durch geschickte Gestaltung und Funktionszuweisung in robuste und attraktive Angebote für Spiel, Sport und Freizeit verwandelt.

Die vier in 2014 ausgezeichneten Beiträge zeigen -  bei aller Unterschiedlichkeit in Bezug auf Lage und Rahmenbedingungen -  wie Orte in der Stadt mit Mitteln der Landschaftsarchitektur nachhaltig in Wert gesetzt werden. Es entstehen Freiräume, die in unterschiedlichster Art von der Bevölkerung in Besitz genommen werden können.


Geschrieben am 16.02.2013 - geändert am 27.06.2016

 

© 2016 Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla

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