Campus Landschaftsarchitektur

Der bdla möchte in aller Kürze informieren über:

Detaillierte Statements des bdla zum Thema Ausbildung finden Sie hier.

 

Berufsbild und Tätigkeitsfelder
Landschaftsarchitekten verbinden gestalterische und planerische Kompetenzen mit der Kenntnis ökologischer Zusammenhänge im bebauten Raum wie in der freien Landschaft. In freien Planungsbüros sowie in Garten-, Grün- und Umweltämtern nehmen sie damit in der Freiraumplanung sowie der Landschaftsentwicklung eine Schlüsselstellung ein. Sie planen und gestalten öffentliche wie private Freiräume, vom Stadtpark über Spiel- und Sportanlagen bis zum Hausgarten, und entwickeln übergeordnete Konzepte für die Landschafts-, Regional- und Stadtplanung.

Studium und Studiengänge
Insgesamt gibt es in Deutschland 15 Universitäten und Fachhochschulen, an denen Studiengänge der Landschaftsarchitektur angeboten werden, wobei deren Bezeichnung variieren kann, z.B. „Freiraumplanung“, „Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung“ oder „Landschafts- und Freiraumentwicklung“. Schlossen die Studiengänge bisher mit dem Diplom ab, so wurde an den meisten Hochschulen inzwischen auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt. Nach einem sechs- bis maximal achtsemestrigen Bachelorstudium besteht die Möglichkeit, entweder direkt in die Berufspraxis zu gehen, oder sich im Rahmen eines Masterstudiums weiter zu qualifizieren.

Das Studium schließt mit dem akademischen Grad „Bachelor (bzw. Master) of Science“ oder „Bachelor (bzw. Master) of Engineering“ ab. Dieser Abschluss berechtigt noch nicht dazu, sich Landschaftsarchitekt zu nennen. Voraussetzung hierfür ist der Eintrag bzw. die Registrierung bei einer Architektenkammer der Länder, siehe Kammerfähigkeit.

Für Informationen zu Beruf und Studium siehe auch BERUFENET, ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit.

 

Studienvoraussetzungen und Praktika
Neben der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife als Zugangsvoraussetzung bedarf es an vielen Hochschulen eines mehrwöchigen Praktikums vor Beginn des Studiums. In Erweiterung dessen empfiehlt der bdla allen Studieninteressenten ein mindestens halbjähriges Vorpraktikum, das nicht im Büro, sondern als „Draußenpraktikum“ Erfahrungen im Umgang mit Pflanzen und Materialien vermitteln soll. Noch besser wäre eine gärtnerische Ausbildung, vorzugsweise im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.

Zusätzlich sind im Curriculum fast aller Studiengänge sogenannte Zwischenpraktika vorgesehen, die dazu dienen, das im Studium bereits erworbene Wissen anzuwenden, Fähigkeiten einzuüben und in der Praxis zu vertiefen. Selbst wenn die Studien- und Prüfungsordnungen vieler Hochschulen z.T. andere Regelungen vorsehen, empfiehlt der bdla generell allen Studierenden eine mindestens sechsmonatige Zwischenpraxis, ggf. auch auf freiwilliger Basis. Denn die Erfahrung in Planungsbüros und Behörden zeigt, dass Studienabsolventen mit fundierten praktischen Erfahrungen besser auf den Berufsalltag vorbereitet sind und deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Zwischenpraxis sollte in einem Planungsbüro oder einer entsprechenden Behörde durchgeführt werden. Bei der Durchführung von Praktika sind die Bestimmungen des Mindestlohngesetzes zu beachten, das am 1. Januar 2015 in Kraft tritt.

 

Kammerfähigkeit und Kammereintrag
Die Berufsbezeichnung "Landschaftsarchitekt" ist gesetzlich geschützt, ebenso wie z.B. bei Rechtsanwälten, Ärzten oder Apothekern. Nur diejenigen, die Mitglied einer Architektenkammer sind, dürfen sich „Landschaftsarchitekt“ nennen (bzw. „Architekt“, „Innenarchitekt“ oder „Stadtplaner“). Die Architektenkammern der Länder als Körperschaften des öffentlichen Rechts nehmen dabei mittelbar staatliche Aufgaben wahr.

Voraussetzung für die Eintragung bei einer Architektenkammer ist ein Fachstudium im Bereich der Landschaftsarchitektur von mindestens sechssemestriger Dauer, in einigen Bundesländern auch mindestens achtsemestriger Dauer. Darüber hinaus muss nach Ende des Studiums eine berufspraktische Tätigkeit von zwei bis drei Jahren nachgewiesen werden. Genaueres ist in den Architekten- und Baukammergesetzen der Länder geregelt. Für detaillierte Auskünfte stehen die Eintragungsausschüsse der Architektenkammern zur Verfügung.

Selbstverständlich können Studienabsolventen auch ohne Kammereintrag angestellt oder freiberuflich tätig sein. Sie dürfen in ihrer Berufs- oder Bürobezeichnung jedoch nicht das Wort oder den Wortbestandteil „Architekt“ oder „Architektur“ verwenden. Außerdem können in der Regel nur diejenigen an Architektenwettbewerben teilnehmen, die in der Architektenliste eingetragen sind.

 

Berufsaussichten und Verdienst
Wie sich die Berufs- und Beschäftigungsaussichten in den kommenden Jahren entwickeln werden, ist nicht eindeutig vorhersehbar. Aktuell kann die Lage so charakterisiert werden, dass gut ausgebildete Fachleute gerade in Süddeutschland stark nachgefragt sind, allerdings bei relativ geringen Gehältern im Vergleich zu anderen akademischen Berufen. Einige Architektenkammern führen hierzu regelmäßig Gehaltsumfragen durch. Im Ergebnis betrug das durchschnittliche Gehalt angestellt tätiger Landschaftsarchitekten im Berichtsjahr 2014 in den Planungsbüros gut 40 Tsd. Euro und im öffentlichen Dienst knapp 58 Tsd. Euro, siehe Homepage der Bundesarchitektenkammer.

Einen eigenen Tarifvertrag für Landschaftsarchitekten gibt es nicht. Zur Orientierung kann der Tarifvertrag zwischen ver.di und ASIA, dem Arbeitgeberverband selbständiger Ingenieure und Architekten, dienen. Der Tarifvertrag kann für 29,10 Euro inkl. MWSt. und Versand bei ASIA bestellt werden (Stand Okt. 2015).

Zur Ertrags- und Kostenstruktur freier Planungsbüros wurde im Jahr 2014 eine Repräsentativbefragung freiberuflich tätiger Architekten aller Fachrichtungen im Auftrag der Bundesarchitektenkammer durchgeführt. Die Ergebnisse sind teils ernüchternd. In jedem dritten Planungsbüro liegt der Überschuss je Inhaber / Partner bei maximal 30 Tsd. Euro. Bei Betrachtung der verschiedenen Bürogrößen zeigt sich, dass vor allem kleine Büros sich häufig in einer kritischen wirtschaftlichen Lage befinden: 52 Prozent der Ein-Personen-Büros erwirtschafteten einen Überschuss von maximal 30 Tsd. Euro. Gute bis sehr gute wirtschaftliche Ergebnisse wurden insbesondere von mittelgroßen bis großen Büros erzielt. So belief sich der durchschnittliche Überschuss bei Büros mit 10 und mehr tätigen Personen auf rund 123 Tsd. Euro je Inhaber / Partner. Detaillierte Infos können der Homepage der Bundesarchitektenkammer entnommen werden.

 

Jobsuche und Berufseinstieg
Für die Jobsuche gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: die Bewerbung auf ausgeschriebene Stellen und die Initiativbewerbung. Um nach Jobangeboten zu recherchieren, empfehlen wir die bdla-Jobbörse. Dort sind aktuelle Stellenangebote aus dem gesamten Bundesgebiet zu finden, ebenso besteht die Möglichkeit, selbst ein Stellengesuch aufzugeben. Einen breiten, bundesweiten Überblick über aktuelle Angebote bietet außerdem der Informationsdienst „arbeitsmarkt Umweltschutz und Naturwissenschaften“, eine wöchentliche Publikation des Wissenschaftsladens Bonn.

Bemerkenswert ist, dass allgemein nur ein Drittel der Stellen über Ausschreibungen besetzt werden, die weitaus meisten Arbeitsplätze aber intern oder an Initiativbewerber vergeben werden.

Hilfreich für den Berufseinstieg ist auch, bereits praktische Erfahrungen im Planungsbüro gesammelt zu haben, insbesondere im Rahmen studienbegleitender Praktika. Mitunter ergibt sich aus einem früheren Praktikum eine Erstanstellung.

Einige Bundesländer bieten an, ein Landespflege-Referendariat als Vorbereitung für den höheren technischen Verwaltungsdienst zu absolvieren. Nähere Informationen hierzu sind auf den Websites des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Landespflege-Referendare zu finden.

 

Wettbewerbe für Studierende und Absolventen
Der bdla lobt verschiedene Studenten- und Nachwuchswettbewerbe aus oder ist an deren Auslobung beteiligt. Teilnahmeberechtigt sind Studenten und/oder Absolventen aus dem gesamten Bundesgebiet oder aus einzelnen Bundesländern.

  • bdla-Wettbewerb "grünebühne" für Studierende
  • Nachwuchswettbewerb der bdla-Landesgruppe Niedersachsen/Bremen
    Teilnahmeberechtigt sind Studierende und Absolventen aus Niedersachsen und Bremen
  • Nachwuchswettbewerb der bdla-Landesgruppe Bayern
    Teilnahmeberechtigt sind Studierende und Absolventen der FH Weihenstephan sowie der TU München
  • bdla-Nachwuchspreis Bayern
    Auszeichnung für herausragende Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten
  • Nachwuchswettbewerb der bdla-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
    Teilnahmeberechtigt sind Studierende und berufstätige Planer bis zum Alter von 35 Jahren
  • Studentenwettbewerb Mitteldeutschland der bdla-Landesgruppen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
    Teilnahmeberechtigt sind Studierende der jeweiligen Bundesländer
  • Prämierung herausragender Abschlussarbeiten der bdla-Landesgruppe Baden-Württemberg
    Ausgezeichnet werden Absolventen der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
  • Peter-Joseph-Lenné-Preis des Landes Berlin
    Teilnahmeberechtigt sind Studierende und berufstätige Planer bis zum Alter von 35 Jahren
  • International Student Design Competition der International Federation of Landscape Architects (IFLA)
    Teilnahmeberechtigt sind Studierende aus aller Welt

Weiterführende Infos und Links

 


Geschrieben am 03.01.2013 - geändert am 14.03.2016

 

© 2016 Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla

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