Nachruf auf Helmut H. Schmitz

Am 27. November 2016 verstarb Helmut H. Schmitz, ein wichtiger Wegbegleiter des bdla Rheinland-Pfalz/Saarland, der in seinem langen Berufs- und Verbandsleben viel bewegt und Spuren hinterlassen hat.

Geboren wurde er am 20.10.1933 in Wiesbaden, wo er nach dem Schulabschluß ein Gärtnerlehre absolvierte und bis zu seiner Auswanderung nach Kanada 1952 als Landschaftsgärtner arbeitete.

In Kanada begann seine Karriere als Landschaftsarchitekt, dort gründete er 1959 in Ottawa/Onatrio und 1964 in Montreal/Quebec seine ersten eigenen Büros. In den 1960er Jahren wirkte er an vorderster Stelle beim Aufbau der kanadischen Sektion der nordamerikanischen Landschaftsarchitekten (ASLA) mit. 1966–1967 war er Internationaler Präsident der ASLA (Kanada und USA), 1982 wurde er aufgrund seiner Leistungen zum Ehrenmitglied (Fellow) des ASLA ernannt. Seine große Erfahrung floss auch bei der Einrichtung des Studiengangs Landschaftsarchitektur an der neu gegründeten Universität in Guelph, Ontario ein.

Eines seiner herausragenden Projekte dieser Zeit war die Planung und Umsetzung des Deutschen Soldatenfriedhofes in Kitchener / Kanada. Helmut Schmitz hat die in Kanada gestorbenen deutschen Kriegsgefangenen des 2. Weltkriegs ermittelt, Umbettungsgenehmigungen eingeholt und das Projekt Soldatenfriedhof in Kitchener realisiert. Dafür hat er von der Bundesrepublik Deutschland das Bundesverdienstkreuz erhalten.

1973 kehrte er nach Deutschlad zurück und setzte seine freiberufliche Tätigkeit als fort. So wurde er 1975 als freier Landschaftsarchitekt Mitglied der Architektenkammer Rheinland-Pfalz. Dort war er in verschiedenen Ausschüssen tätig, unter anderem im Sachverständigenwesen. Dort wurde er federführend für das Bestellungsgebiet 1.7 - Begutachtung der Leistungen der Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung. Er brachte sich mit all seiner Kompetenz und Überzeugungskraft bei der anstehenden Aufstellung und Neuordnung der Bestellungsgebiete insbesondere für die Abgrenzung zu anderen Bestellungskörperschaften ein.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 setzte sich Helmut Schmitz in besonderen Weise für die Länder-Partnerschaft zwischen den Landschaftsarchitekten in Thüringen und Rheinland-Pfalz ein. Nachdem klar war, dass der bdla-Rheinland-Pfalz die Patenschaft für das Land Thüringen übernimmt, ist er sofort nach Erfurt und Gera gefahren und hat die Berufskollegen in Thüringen aktiviert und motiviert. Er übernahm die Organisation der gegenseitigen Besuche und des jährlich stattfindenden kollegialen Austauschs. Seine Expertise war gefragt, unter anderem beim Umbau der Ingenieurschule Erfurt zur FH Erfurt mit Studiengang Landschaftsarchitektur.

In Rheinland-Pfalz war Helmut Schmitz maßgeblich bei der Errichtung der Projektgesellschaft Landesgartenschauen Rheinland-Pfalz: Er hat die Gründungsversammlung der „grünen“ Berufe im Büro Schmitz + Wünsch organisiert, in der die Projektgesellschaft Landesgartenschauen Rheinland-Pfalz entstand. Später war er als Aufsichtsratsmitglied für den BDLA in der Projektgesellschaft tätig. Er hat auch bei der Formulierung der Bewerbungsrichtlinien mitgewirkt, die die Landesregierung für die Ausrichtung der 1. Landesgartenschau in Rheinland-Pfalz herausgegeben hat.

Neben seinen vielfältigen Verbandsaktivitäten hat er ab 1990 bis zu seinem "Unruhestand" 2013 in Büropartnerschaft mit Ute Wünsch in Bad Kreuznach als Landschaftsarchitekt gearbeitet.

Die Profession der Landschaftsarchitekten und der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten verlieren mit Helmut Schmitz einen engagierten, unermüdlichen Streiter für Qualität und Innovation. Sein internationaler Blick, seine Erfahrung haben nicht nur hierzulande viel bewegt. Er fehlt.


Geschrieben am 14.12.2016 - geändert am 16.12.2016

 

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