Neue Visionen für Seeland prämiert

Dresdner Landschaftsarchitektur Studenten überzeugen die Jury mit ideenreichen Vorschlägen für das Tor zur zukünftigen Marina von Nachterstedt.

Am Freitag, den 20. März 2015 um 16:00 stand die Entscheidung der Jury mit Landschaftsarchitekten des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten BDLA aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt und regionalen Vertretern wie der Bürgermeisterin Heidrun Meyer fest: Der erste Preis des diesjährigen Mitteldeutschen Studentenwettbewerbs des BDLA geht nach Dresden. 

Die Masterstudenten Klaus-Peter Lorenz und Frithjof Hamacher haben von den elf stimmberechtigten Jury Mitgliedern ein ganz eindeutiges Votum für ihre überragende Arbeit erhalten. Mit einem Feuerwerk von Ideen zeigen die beiden auf, wie Besucher von der B6N, vom Bahnhof in Nachterstedt und Radfahrer zum Seeland und um das Seeland herum geführt werden können. An der B6N sollen Segel als Landmarker dem Autofahrer signalisieren, dass er hier zum Seeland abbiegen sollte. Diese Aufmerksamkeit soll dann von einem Aussichtsturm als Ziel noch einmal deutlich geführt werden.

Eine weitere bemerkenswerte Einreichung kam aus dem hiesigen Studiengang der Landschaftsarchitektur in Bernburg. Der zweite Preisträger Robert Diedrich hat als Einzelbearbeiter mit großer historischem Einfühlungsvermögen gezeigt, wie der Nachterstedter Bahnhof wieder zum Leben erweckt werden könnte. Herr Diedrich entwickelte zudem ein Konzept für eine Informationssäule. Der zweite Preisträger hat verschiedene Themen von der Historie bis hin zur Gegenwart und Zukünftige wirtschaftliche Entwicklung aufgenommen. Mit dem Vorschlag der thematischen Meilensteine nimmt der Entwurfsverfasser vielfältig Bezug auf  markante Landschaftselemente, wie auf das Thema Bergbau, Aluminiumrecycling sowie auf Sanddornfrüchte als typische Pflanze der Region eingehen.

Prof. Erich Buhmann, der für die Bernburger Landesgeschäftsstelle des Berufsverbandes diesen Wettbewerb mit der Stadt Seeland betreut und initiiert freut sich, dass mit Matthias Segeth auch der dritte Preis nach Bernburg ging. Bürgermeisterin Heidrun Meyer ist so begeistert, dass Sie sich überlegt, das Preisgeld für den ersten Preisträger zur feierlichen Preisverleihung in der Bundesgeschäftsstelle eventuell auch noch zu erhöhen.

Die Arbeiten der Preisträger werden zunächst von Mittwoch, den 25. bis Freitag, den 27. März 2015 in dem Saal des Dorfgemeinschaftshauses. Lindenstrasse 2, 06469 Stadt Seeland-Nachterstedt ausgestellt. Weitere Präsentationen in der Region werden folgen. Die Ergebnisse werden direkt in den gerade beginnenden Beteiligungsprozess für die Fortschreibung des Masterplanes einfließen und sollen dann auch mit den Sanierungsmaßnahmen der LMBV abgestimmt werden.


BDLA Mitteldeutscher Studentenwettbewerb: Tore zum Seeland
Jurysitzung: Seeland-Nachterstedt, 20.03.2015


Bewertung der Jury der Arbeit mit der Kennnummer 1002                    

Das Bearbeitungsgebiet ist komplett bearbeitet. Das Gesamtkonzept überzeugt. 

Schon an der B6n wird der Besucher deutlich angesprochen und in das Harzer Seeland geleitet. Das verwendete Symbol findet einen positiven Bezug zum Seeland. Die Hinleitung zum Rathausplatz ist gelungen und wird durch den Alleecharakter verstärkt. Der Rathausplatz selbst wie auch alle folgenden Annäherungsortes  zum See sind als eigenständige Adresse herausgearbeitet. Der Bahnhof und sein Umfeld werden wieder belebt. Die Aussichtsplattform am Ende der Allee wird mit einer weithin sichtbaren Landmarke aufgewertet die einen Blick über den See und zum nahe liegenden Harz gleichermaßen ermöglicht und bereits von der B6n wahrgenommen werden kann. Für die geforderte Schiffsanlegestelle wird eine großzügige, platzartige Plattform angeboten. Unter Würdigung der schwierigen topografischen Situation eine realisierbare Anbindung an die Aussichtsplattform erhält.

Insgesamt ist der Bereich der Südwest- und Südböschung mit den Elementen Segelhafen, Lagunendorf, Park 09, Badestrand und Waldcamping angemessen ausgestattet. Die einzelnen Orte sind landschaftlich einfühlsam eingebettet und nehmen Bezug auf die Geschichte des Concordia Sees. 

Notwendige Infrastruktur wie die Parkplätze sind städtebaulich und landschaftlich unauffällig in ausreichender Menge und mit verschiedenen Anschlussmöglichkeiten in das Areal eingefügt. 

Die Gestaltung von Bauwerken, Infrastruktur und Ausstattung folgen einem einheitlichen Gestaltungsbild in hoher Qualität. Die Detailierung der einzelnen Elemente überzeugt.

Mit der starken Bezugnahme auf die topografische Situation sind gute Voraussetzungen für einen guten Umsetzungsgrad gegeben. Die hohe Qualität der grafischen Ausarbeitung steht im Einklang mit der hohen inhaltlichen Entwurfsqualität. 

Erreichtes Ergebnis: 1. Preis (Dotierung: 1.200 EURO)
Ermittlung der Entwurfsverfasser (nach Festlegung der Preisverteilung):
Klaus-Peter Lorenz
Frithjof Hamacher

TU Dresden

 

BDLA Mitteldeutscher Studentenwettbewerb: Tore zum Seeland
Jurysitzung: Seeland-Nachterstedt, 20.03.2015


Bewertung der Jury der Arbeit mit der Kennnummer 1004                    


Freiräumliche Qualität


Als angenehm wird die ausgebildete Raumführung von der B6n bis zur Marina empfunden, welche die Verkehrsführung deutlich aufgreift. Die vielfältig ausgebildeten Platzsituation bieten immer wieder neue Eindrücke zur individuellen Raumwahrnehmung und greifen dabei ortstypische Themen zur Landwirtschaft, Wirtschaft und Geschichte der Region auf, wie z. B. mit der Reaktivierung der Ausgrabungsstätte, der Neuinszenierung der Kohlebahn auf dem ehemaligen Abstellgleis und der Aufwertung des Markplatzes und des Bahnhofsvorplatzes.
Interessant ist auch die vorgesehene Aufwertung des südlichen Bahnhofbereiches mit der großzügigen Wegeführung  und Platzgestaltung, sowie der damit verbundenen Aufwertung der angrenzenden Wohnsiedlung und der flexiblen Parkplatznutzung,  welche die Situation des ruhenden Verkehres zusätzlich zusätzlich entspannt.


Die Platzgestaltung am Bahnhof lehnt sich an die vorgefundene  historische Bebauung an und ergänzt diese sensibel mit modernen Elementen. Die Brücke über die Gleise am Bahnhaltepunt verbindet elegent die südliche Ortssituation mit den nördlich, vom Bahngleis gelegenen touristischen Attraktionen. Dabei setzt der Entwurfsverfasser ein besonderes Augenmerk auf die barrierefreiheit und nimmt auch damit Bezug auf den starken Fahrradtourismus in der Region. Dieses berücksichtigt er ebenfalls bei der diagonalen Anbindung an Europaradweg.


Die durchgängig angeordneten „Landmaker“ führen die Besucher durch alle Stationen und nehmen bereits mit Form und  Materialwahl Bezug auf die Region. Bemerkenswert ist die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Detail. Dabei werden verschieden Themen von der Historie bis hin zur Gegenwart und Zukünftige wirtschaftliche Entwicklung aufgenommen. Auch nimmt der Entwurfsverfasser vielfältig Bezug auf markante Landschaftselemente. Sei es mit den thematisierten Meilensteinen die auf das Thema Bergbau, Aluminiumrecycling sowie auf Sanddornfrüchte als typische Pflanze der Region eingehen.
Kritisch wird die unzureichende Auseinandersetzung mit dem vorherrschenden Höhenniveau empfunden was sich in der unglücklichen Standortwahl des Aussichtspunktes widerspiegelt.

Erreichtes Ergebnis: 2. Preis (Dotierung: 900 EURO)
Ermittlung des Entwurfsverfassers (nach Festlegung der Preisverteilung):
Diedrich Robert
Hochschule Anhalt
Landschaftsarchitektur und Umweltplanung (Bachelor)


Geschrieben am 23.03.2015

 

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