Seminar „Alternative Lösungen für die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung“

02. Oktober 2016

28.10.2016, Indigo Innovationspark, Solbadstr. 2, 06406 Bernburg (Saale), Raum 203

 

Informationen zur Veranstaltung:
Die dezentrale naturnahe Regenwasserbehandlung nach den Forderungen des Wasserhaushaltsgesetzes wir vor allem auch Fragen auf. Zum Beispiel nach genügend und auch finanzierbaren Versicherungsflächen in Ballungsräumen. Können (sich) die Städte das heute leisten? Und wie lässt sich der ebenso geforderte Gewässerschutz sicherstellen, wenn das Sickerwasser schadstoffbelastet ist?

Wir möchten Antworten geben und Lösungen aufzeigen, wie die Versickerung mit gleichzeitiger Behandlung des Regenwassers auf breiter Basis hergestellt werden kann, und zwar auf den Verkehrsflächen in der Stadt. Vorgestellt werden Alternativen und was die Methoden leisten und kosten.

Referenten: 
Wasserwirtschaftler Professor Dr.-Ing. Carsten Dierkes, Frankfurt University of Applied Science
Dipl. Ing. (FH) Andreas Voigt, GODELMANN GmbH und Co. KG

Start des Seminars: 14.00Uhr

Kosten: 
für bdla Mitglieder kostenlos
Gäste 10,00 €,
Studenten 3,00 €

Hintergrundinformationen:
Der vergangene Sommer hat es wieder gezeigt, die Regenintensitäten in Deutschland scheinen sich zu verändern. Die Schäden urbaner Sturzfluten steigen und die Stadtentwässerung muss jetzt handeln. Das ist kein schneller Prozess sondern ein Umdenken und Umlernen von altbekannten Prinzipien zu einem neuen ökologischen sowie ökonomischen Umgang mit dem Regenwasser.

Schon das 2010 aktualisierte Wasserhaushaltsgesetz (WHG) fordert einen neuen Umgang mit dem Regenwasser. Eine dezentrale Versickerung, Verdunstung oder Einleitung in ein lokales Gewässer wird gefordert. Das vermutlich im nächsten Jahr erscheinende Arbeitsblatt A 102 der DWA geht noch weiter, ein Hauptziel wird der Erhalt des lokalen Wasserhaushaltes sein. Damit müssten zwischen 40 % und 70 % des Niederschlagswassers wieder in die Atmosphäre zurückgeführt werden anstatt zu versickern oder oberflächig in ein Entwässerungssystem zu fließen. Eine echte Herausforderung, da die meisten Anlagen zur Regenwasserbewirtschaftung vor allem die Versickerung steigern, weniger die Evapotranspiration.

Deutschland befestigt jeden Tag etwa 72 ha neuer Flächen, das verstärkt die Problematik. Befestigung von Flächen bedeutet aber nicht automatisch gleich Versiegelung. Ökopflaster sind seit den 90er Jahren auf dem Markt. Sowohl als poröse Betonsteine als auch Betonsteinsysteme, die über die Fugen versickern (Stein-Fugen Systeme). Allerdings hat sich die Bauweise bis jetzt nie richtig durchgesetzt. Warum das so ist, erschließt sich nicht direkt. Schon jetzt muss ein wasserdurchlässiges Pflaster gemäß Merkblatt für versickerungsfähige Verkehrsflächen (MVV) mehr als 540 l/(sxha) im Neuzustand und 270 l/(sxha) dauerhaft versickern, weit mehr als jeder Misch- oder Regenwasserkanal.
Der Vortrag erläutert zunächst die Anforderungen an die wasserdurchlässige Bauweise, wie Durchlässigkeit und Tragfähigkeit des Untergrundes, bautechnische Anforderungen an den Unterbau und die Tragschichten sowie an die Pflasterdecke, bestehend aus Betonpflastersteinen, Bettung und Fugenfüllung. Der Schadsto rückhalt gemäß DIBt Zulassungen wird erläutert. Außerdem wird der Betrieb und die Reinigung der Pflastersysteme beschrieben.
Aktuelle Erkenntnisse aus abgeschlossenen und laufenden internationalen Forschungsprojekten bezüglich Schadsto rückhalt, Dauerhaftigkeit und vor allem Wasserhaushalt werden dargelegt und in Bezug zu anderen Systemen gesetzt. Zum Schluss wird an Beispielen gezeigt, dass wasserdurchlässiges Pflaster zum Gestaltungselement für den Landschaftsplaner und Architekten wird und sich vom Image einer technischen Fläche weg entwickelt.

Veranstalter / Kontakt / Anmeldung:
bdla Sachsen-Anhalt


Geschrieben am 02.10.2016