Vorankündigung BDLA Studierendenwettbewerb Mitteldeutschland Ballenstedt 2017/18

08. Juli 2017

Der bdla Studierendenwettbewerb Mitteldeutschland wird durch die bdla Landesgruppen SachsenSachsen-Anhalt und Thüringen ausgelobt.

Der länderübergreifende Wettbewerb wurde initiiert, um die Zusammenarbeit des Berufsverbandes mit den Ausbildungsstätten zu vertiefen und das fachliche Engagement im Zusammenwirken der Landesgruppen zu stärken.

Teilnahmeberechtigt sind Studierende an den mitteldeutschen Ausbildungsstätten der Landschaftsarchitektur (TU Dresden, HTW Dresden, Hochschule Anhalt/ Bernburg und FH Erfurt). Die Professoren der Hochschulen sind in den bdla Studentenwettbewerb Mitteldeutschland involviert und können die Wettbewerbsaufgabe als Studienprojekt anbieten.

Um den Teilnehmern die Chance auf einen Einblick in die Arbeit des Preisgerichts zu ermöglichen, wird der Vorjahrespreisträger jeweils in die Jury des Folgejahres als stimmberechtigtes Mitglied eingeladen.

 

Gestaltung der Außenanlagen Großer Ziegenberg in Ballenstedt/Harz

Geschichte des Ortes

Es ist ein ungeliebtes Denkmal, der gigantische Gebäudekomplex der ehemaligen Nationalpolitischen Bildungsanstalt (Napobi, auch Nationalpolitische Erziehungsanstalt – NPEA, oder Nationalpolitische Lehranstalt – Napola) auf dem großen Ziegenberg in Ballenstedt. Erbaut wurde das Ensemble als einziger Neubau 1936 von den Nationalsozialisten als Prototyp, die diesen als Eliteinternat betrieben. 350 Schüler waren jeweils bis 1945 in Ballenstedt untergebracht. Hier sollten sie mittels einer „totalen Pädagogik“ den neuen erzieherischen Geist der Napola verinnerlichen, um für den Dienst an Volk und Staat zu besonders tüchtigen Na- tionalsozialisten herangebildet zu werden. Als Vorbild dienten die englischen „Public Schools“ und die preußischen Kadettenanstalten. Napolas waren Ausleseschulen. Die Schü- ler trugen stets Uniform. Besonderer Wert wurde auf Sport gelegt: Frühsport vor dem Frühstück, Leichtathletik, Handball, Schwimmen, aber auch Boxen, Rudern, „Geländesport“ im Wald mit Einführungen ins Karten- und Kompasslesen und militärische Tarnung. Auch auf die Aufwertung „deutschkundlicher“ Fächer wie Deutsch, Erdkunde, Geschichte und Biologie wurde konsequent geachtet. Oberstufenschüler erhielten einen Ehrendolch mit der Gravur „Mehr sein als scheinen“. Durch Angebote wie Segelfliegen, Skifahren, Motorradfahren, Fechten, Boxen, Reiten und in verschiedenen Handwerken wurden die Napolas zu attraktiven Ausbildungsstätten.

Mit dem Ende des Dritten Reiches löste sich die Napola Ballenstedt auf, die Rote Armee übernahm den Komplex. 1949 – mit Gründung der DDR zog die SED ein und funktionierte das Gelände zu einer Fortbildungsstätte um, genauer zur SED-Bezirksparteischule für den Bezirk Halle. Mit Buchhandlung, Gaststätte und Konsum hatten die Schüler alles, was wünschenswert war, ein Gang hinab in die Stadt war nicht notwendig. Auch Ärzte kamen zu Sprechstunden auf das Gelände. Zutritt zum bewachten Komplex (von den Ballenstedtern „Kreml“ genannt) erhielt nur, wer zugehörig war, für alle anderen war unten am Berg Schluss. Während der Woche wohnten die Lehrgangsteilnehmer in den umgestalteten Bettenräumen. In der Parteischule sollten zukünftige Führungskräfte ideologisch ausgebildet werden. Jeder, der Funktionsämter in Partei, Staat oder Betrieben übernehmen wollte, musste an den zehnmonatigen Lehrgängen teilnehmen. Bis 1989 absolvierten über 16.000 Menschen die Parteilehrgänge der „Bezirksparteischule Wilhelm Liebknecht“. Im Lektionssaal wurden Kongresse, Musik- und Kulturveranstaltungen, Kinoabende sowie Auszeichnungen abgehalten.

Nach 1990 nutzten diverse Fachschulen bis 2005 die seit den neunziger Jahren unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplex Sportvereine wandelten den ehemaligen Speisesaal in eine moderne Sporthalle um und sind nach wie vor hier präsent. Im ehemaligen Pförtnerhaus möchte der Verein „Forum Großer Ziegenberg – Ballenstedt am Harz e.V. ein Dokumentationszentrum einrichten. Unter dem Titel „Lernort Großer Ziegenberg“ sollen beide Epochen des Geländes zu sehen sein – die Zeit des Nationalsozialismus und die der DDR. 

Nutzung der Gebäude

Aktuell ist nur ein kleiner Teil des großen Gebäudekomplexes in Nutzung. Die derzeitige Nutzung ist auf den Südflügel beschränkt. Dort nutzt sehr intensiv der örtliche Sportverein die teilsanierten Gebäude.

Für die übrigen Gebäude gibt es eine Vielzahl von Ideen, die aber von den jeweiligen Partnern, Investoren und Förderungen abhängig sind. Um für den Wettbewerb eine tragfähige Basis zu schaffen, soll von folgenden Nutzungen ausgegangen werden:

Ost- und Westflügel: Senioren - Wohnanlage
Nordflügel – Mitte: Veranstaltungs- und Tagungsstätte
Nordflügel – West: Tagungshotel
Nordflügel – Ost: Fachschule

Aufgabenstellung

Die Aufgabe für den Studentenwettbewerb 2017/2018 gliedert sich in zwei Kernaufgaben:

1. Herausarbeitung einer besseren städtebaulichen Anbindung an das Stadtzentrum von Ballenstedt.

2. Entwicklung einer Freiflächengestaltung, die der vielfältigen Nutzung der Gebäude und eine öffentliche Nutzung des gesamten Areals ermöglicht. 

Termine

Auslobungstext bis:
30. Juli 2017

(ab August bei Competition online)

Rückfragen-Kolloquim in Ballenstedt:
Freitag 3. November 2017

Abgabe:
Freitag 2. März 2018

Preisgelder gesamt:
2.700 Euro 


Geschrieben am 08.07.2017