bdla-Ehrenpräsident Prof. Adolf Schmitt verstorben

Am 28. März 2014 verstarb Prof. Adolf Schmitt, Ehrenpräsident des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten, im Alter von 90 Jahren in seiner Heimatstadt Köln.

Der gebürtige Erfurter hatte sich nach einem Studium der Garten- und Landschaftsgestaltung in Weihenstephan 1953 in Köln als freischaffender Gartenarchitekt niedergelassen mit den Schwerpunkten Hausgärten, Sportanlagen, Industriebegrünungen und Wohnanlagen. Bald schon kam berufsständische Verantwortung hinzu, 1959 in Gestalt des Vorsitzes der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Bundes Deutscher Gartenarchitekten BDGA. 1964 war Schmitt Mitbegründer und erster Sprecher des CEGAP, des Komitees der Europäischen Garten- und Landschaftsarchitekten, dem Vorläufer der heutigen IFLA-Europe.

1967 wurde Adolf Schmitt als Nachfolger von Richard Schreiner zum Präsidenten des BDGA gewählt – bis 1973. Diese Jahre waren der Beginn der Architektengesetzgebung. In den Ländern wurden die Architektenkammern gegründet, das Berufsrecht wurde kodifiziert, das Wettbewerbswesen auf eine neue Grundlage gestellt, eine erstmals vom Staat erlassene Gebührenordnung, die HOAI, erarbeitet. Zum Ende seiner Amtszeit als Präsident wurde Adolf Schmitt mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes geehrt. Im gleichen Jahr erhielt er den Hans-Bickel-Preis der Alma Mater Weihenstephan. Im August 1973 erfolgte die Berufung von Adolf Schmitt zum Professor für Technischen Garten- und Landschaftsbau an die TFH Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1986 erfolgreich lehrte. Von 1977 bis 1983 stand er ein zweites Mal an der Spitze des BDLA.

In seinen vielfältigen Funktionen war Prof. Schmitt überaus erfolgreich für den Berufsstand der Landschaftsarchitekten, insbesondere bei der Entwicklung ihres Berufsbildes, bei der Gestaltung des Berufsrechtes, der Eingliederung der Fachrichtung der Garten- und Landschaftsarchitekten in die Architektenkammern der Länder, bei der Förderung des Wettbewerbswesens, der Aus- und Fortbildung, bei der Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes gegenüber Behörden und Verbänden und nicht zuletzt in der internationalen Zusammenarbeit. Ein Höhepunkt seines Wirkens war der XXI. IFLA-Weltkongress „Stadt – Natur – Zukunft“ 1983 in München, an dem über 1.000 Landschaftsarchitekten aus nah und fern teilnahmen und dem er als Präsident des Organisationskomitees vorstand.

Der BDLA-Beirat verlieh auf seiner Sitzung am 16. Mai 1983 in Köln erstmalig in der Geschichte des Verbandes einem Mitglied, Prof. Adolf Schmitt, den Titel „Ehrenpräsident“ und würdigte damit seine herausragenden Leistungen in insgesamt 12 Jahren an der Spitze des Verbandes. Aus Anlass seiner Verabschiedung aus dem Amt des Präsidenten erschien 1983 auch das Buch „Landschaftsarchitekten: Standorte und Perspektiven“. Viele Kollegen ließen es sich damals nicht nehmen, ihm in „sein“ Buch zu schreiben. Dieser kleine Band mit den Beiträgen zur Situation des Berufsstandes ist auch ein Vermächtnis von Prof. Adolf Schmitt. Am 21. März 1994 wurde Prof. Adolf Schmitt mit einer FLL-Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.

 

BDLA-Präsident Dieter Strube (1973 bis 1977) nahm 1973 bei seinem Amtsantritt die Würdigung der fachlichen und verbandspolitischen Leistungen von Prof. Adolf Schmitt schon vorweg: „Ein Opfer, das nur möglich war, weil es gleichzeitig ein Stück Selbstverwirklichung bedeutete und erst dadurch zum Erfolg führte“.

Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten verliert einen herausragenden Vertreter der Profession, ein über alle Maßen engagiertes Mitglied, einen Präsidenten aller Landschaftsarchitekten – seinen Ehrenpräsidenten Prof. Adolf Schmitt.


Geschrieben am 31.03.2014 - geändert am 03.04.2014

 

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