Kommt nach dem Jahrhundertsommer die globale Heißzeit?

bdla: Klimaanpassung dringend geboten. Vorzeigeprojekte in Online-Ausstellung

Ist der Sommer 2018 nur ein „Ausnahme-Sommer“ oder doch Zeugnis des Klimawandels? Die Waldbrandgefahr steigt, Stadtbäume vertrocknen, Landwirte stehen nach massiven Ernteausfällen vor dem Nichts, große Flüsse fallen trocken, in Stadtquartieren herrscht Hitzestress. Die gegenwärtige Hitzeperiode lässt die ganze Wucht des Klimawandels erahnen. Einmal mehr wird die Notwendigkeit zum Handeln, um sich an das neue Klima anzupassen, überdeutlich.

Aus aktuellem Anlass plädiert Till Rehwaldt, Präsident des bdla, für eine stärkere Förderung kommunaler und regionaler Klimaanpassungsprojekte. „Klimawissenschaftler sprechen schon davon, dass wir möglicherweise auf dem Weg in die ‚Heißzeit‘ sind. Demnach könnte der Planet eine kritische Schwelle überschreiten. Auch Deutschland ist vor gravierenden Auswirkungen nicht gefeit. Bund, Länder und Kommunen müssen ihre Anstrengungen erhöhen. Konkret können schon heute die grün-blauen Infrastrukturen entschiedener entwickelt und gepflegt werden, um die Klimarisiken zumindest zu begrenzen. Stadt und Land müssen wassersensibel umgebaut werden.“
 

Konzepte zur Freiflächenentwicklung und Klimaanpassung Ludwigsburg. Thermisches Empfinden der StadtbewohnerInnen. © faktorgruen


Ausstellung von Projekten zur Klimaanpassung

In seiner neuesten Online-Ausstellung „Klimaanpassung“ im Webportal Landschaftsarchitektur-heute.de stellt der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten 14 beispielhafte Projekte zur Anpassung an den Klimawandel vor. Die Bandbreite der behandelten Freiräume ist groß; vom klimaoptimierten Stadtplatz über das neue urbane Quartier bis zur regionalen Kulturlandschaft. Die präsentierte planerische Vielfalt von Anpassungsmaßnahmen ist nicht minder bemerkenswert: Verdunstung und Abflussreduzierung auf dem Baugrundstück, Funktion und Zusammenspiel unserer Stadtbäume, Vorsorge bei sintflutartigen Regenfällen im Stadtgebiet, die Speicherfunktion von wieder vernässten Niedermooren.

Klimaanpassung verlangt innovative Konzepte, eine überzeugende Kommunikation und die qualifizierte Umsetzung von Maßnahmen. Landschaftsarchitekten stellen sich dieser Herausforderung mit Erfolg. Und während der Klimaschutz, also die Reduktion der Treibhausgase global wirkt, sind die Klimaanpassungsmaßnahmen vor allem in der regionalen und kommunalen Umsetzung bedeutungsvoll.

Landschaftsarchitekten übernehmen mit ihren Projekten Verantwortung für eine gelungene Klimaanpassung: der grüne Platz in der Stadt, die angemessene Nachverdichtung, die naturnahe Wasserrückhaltung, das spannende Landschaftsentwicklungskonzept. Die Handlungsfelder sind breit gestreut. Ob es um Land- oder Waldwirtschaft, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, Stadtplanung, Gestaltung von Grünflächen und Wohngebieten oder Energiewirtschaft geht, die Auswirkungen des Klimawandels können durch gezielte Strategien und Maßnahmen reduziert werden. Klimaanpassungsmaßnahmen haben das Potential, einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz und zu baukultureller Qualität zu leisten.

In seinem Webportal landschaftsarchitektur-heute.de bildet der bdla in vielfältigen, spannungsreichen Themenclustern verschiedene Tätigkeitsfelder von Landschaftsarchitekten ab. Es bietet mit der Projekt- und Planerdatenbank die Möglichkeit zur individuellen Beschäftigung mit aktueller Landschaftsarchitektur.

Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, 10179 Berlin
Tel. 030 27 87 15-0, Fax 030 27 87 15-55
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.bdla.de


Geschrieben am 08.08.2018

 

© 2018 Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla

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