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Lernlandschaft Schulhof

Außenanlagen Phoenix-Gymnasium in Dortmund-Hörde. Planung: wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum. Foto: Claudia Dreyße

Schulhöfe sind Bildungsräume. Sie werden in ihrer Bedeutung für soziales Lernen, für das Erleben der eigenen Wirksamkeit, für die motorische Entwicklung und als Räume für selbstgesteuertes Handeln und Lernen oft noch unterschätzt.

Bewegung ist ein im Menschen angelegtes Potential, gilt als wesentliches Medium zur Weltaneignung und zeigt sich bei Heranwachsenden im Bewegungsverlangen und in der Bewegungs- und Spielfreude.

Schule ist so zu gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler in ihrer Bewegungs- und Spielfreude unterstützt werden, in dem sie bewegenden, spannenden Unterricht erfahren, mit viel Raum für Eigentätigkeit. Schule sollte ein Lebens- und Lernort sein, der allein schon durch die räumliche Gestaltung einlädt, sich auszuprobieren und Neues zu erfahren.

Herrmann Städtler, „Bewegte Schule“ – gesunde Schule Niedersachsen, Hannover

Fast alle Bundesländer haben Initiativen entwickelt, um mehr Bewegung in die Schule zu bringen. Es geht darum, starre, stark reglementierte Lernformen (Ausbildung) zugunsten selbsttätigen Lernens abzulösen (Bildung). Wissenschaftliche Studien belegen den positiven Zusammenhang zwischen Bewegung und Lehr- und Lernqualität. Besonders bedeutsam scheint der Einfluss der Bewegung auf das Wohlbefinden und damit auf die Lernhaltung und Motivation zu sein.

Schulhof – Teil einer vielfältigen, lebendigen Lernlandschaft

Ganztag, Inklusion, Digitalisierung, Erkenntnisse der Lernforschung etc. – der Außenraum wird zu einer wichtigen Raumressource.

Der gerne verwendete Begriff des ‚grünen Klassenzimmers‘ greift viel zu kurz bzw. trifft sogar eine falsche Aussage. Ein ‚Klassenzimmer‘ ist auch im Innenraum nicht mehr zeitgemäß. Es geht also nicht darum, es im Außenraum abzubilden. Sondern es geht darum, einen vielfältigen Außenraum zu gestalten, der neben definierten Bereichen auch Bereiche für Aneignung, Experiment, Erforschung etc. beinhaltet. Wie für das Schulgebäude gelten auch für den Freiraum die Anforderungen nach Offenheit, Nutzungsvielfalt und Nutzungsüberlagerung.

Barbara Pampe, Vorständin, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bonn

Bei entsprechender Planung kann der Schulhof zahlreiche Aktivitäten an und in der Schule ermöglichen bzw. diese ergänzen. Dabei sollte der Bedarf an qualitativen Außenräumen für alle Kinder und Jugendlichen im Quartiert auch außerhalbe der Schulzeit berücksichtigt werden.

Schulhöfen widmen sich die Beiträge in der Ausgabe 3/2020 der bdla-Verbandszeitschrift „Landschaftsarchitekten“:

Die in der Verbandszeitschriftenausgabe vorgestellten Projekte finden Sie auch auf unserer Webseite landschaftsarchitektur-heute.de:

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