Am 18.7.2026 ist H.O. Dieter Schoppe verstorben.
Dieter Schoppe wurde in Braunschweig geboren und kam im Alter von 2 Jahren nach Hamburg. Er betrachtete sich immer als Hamburger, adrett im Anzug mit hellen Haaren und markanter Brille - von allen nur Schoppe genannt. Nach dem Abitur jobbte er im Büro eines Gartenarchitekten und lernte daraufhin den Beruf des Gärtners, er bildete sich ein Jahr in der Schweiz weiter und studierte danach in Osnabrück Garten- und Landschaftsarchitektur.
Zurück in Hamburg ging er erstmal in die Verwaltung, zum Wohnungsunternehmen Saga. Von dieser Zeit, sagt er, er habe viel gelernt: "Das war noch einmal eine gute Schule." 1968 gewann er einen Wettbewerb für die Freiraumgestaltung eines Viertels mit 1000 Wohnungen. "Da stand ich vor der Entscheidung - nebenberuflich durfte ich den Auftrag nicht annehmen. Also habe ich mich selbstständig gemacht." Lange Zeit befand sich sein Büro in der Dockenhudener Straße in Blankenese, bevor es 2003 nach Altona umzog.
Als sein bedeutendstes Werk gilt der Römischer Garten: von 1991- 1994 stellte er den historischen Parks am Geesthang in Falkenstein, Hamburg-Blankenese, unter Zugrundelegung gartendenkmalpflegerischer Gesichtspunkte wieder her. Während der Neugestaltung des Areals des früheren Voght'schen Gutes mit dem Quellental in Klein-Flottbek ging es ihm um die Rettung der Fragmente aus dem historischen Park und er sagte: "Hier wachsen Bäume, die hat Caspar Voght noch selbst gepflanzt. Wenn die erzählen könnten!" Auch das Gelände der ehemaligen Elbschlossbrauerei ist ein weiteres Zeugnis seines Schaffens.
Schoppe war in seiner 43-jährigen Selbstständigkeit ehrenamtlich im bdla aktiv und lange Jahre im Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer. Er hat seine Mitarbeiterinnen motiviert, sich in der Kammer eintragen zu lassen, und Praktikantinnen zum Studium verholfen. Viele erinnern sich an das große Fest, welches er zu seinem 30-jährigem Bürojubiläum 1998 veranstaltete.
Auf Schoppes Schreibtisch stand eine Marmorbüste des berühmten Gartenbauarchitekten Peter Joseph Lenné (1789-1866). Lenné war sein Vorbild und wurde oft von ihm zitiert: "Nichts gedeiht ohne Pflege, und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckmäßige Behandlung."
Ein weiteres Zitat wurde auf seine Todesanzeige gesetzt: "Der Mensch soll der Schöpfung nicht schaden, sondern ihr dienen und sie zum Guten lenken."
Schoppe hinterlässt eine bewundernswerte, umfassende Bibliothek über Gärten, Parks und Architektur.
Das 1968 von Schoppe gegründete Büro führte er bis 2006 allein, seit 2006 firmierte er zusammen mit Jochen Meyer unter Schoppe + Partner Freiraumplanung.
2011 schied Schoppe altersbedingt aus dem Büro aus.
Hamburg im August 2026
Nachruf seiner ehemaligen Mitarbeiter Heike Lorenz und Andreas Hunck sowie seines Partners Jochen Meyer
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