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Beruflicher Nachwuchs und Klimaanpassung

bdla in Klausur. Foto: Petra Baum

Neue Schwerpunkte der Verbandsarbeit des bdla für 2020 ff.

Nach einem intensiven Diskussionsprozess innerhalb des Verbandes und seiner Gremien im vergangenen Jahr hat der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten sein Arbeitsprogramm für 2020 ff. definiert. Schwerpunktthemen sind „Nachwuchswerbung für den Berufsstand“ und „Klimaanpassung und Klimaschutz“.

Wir gestalten Klima
Unter dem Motto „Wir gestalten Klima“ bringt sich der bdla in Zukunft noch stärker in die gesamtgesellschaftliche Debatte um Klimaschutz und Klimaanpassung ein. Freiraum- und Landschaftsplanung bieten vielfältige Anknüpfungspunkte, von der Entwicklung regionaler und kommunaler Klimaschutzpläne über quartiersbezogene Klimakonzepte – Stichwort Schwammstadt – bis hin zur Umsetzung konkreter baulicher Maßnahmen bspw. des Regenwassermanagements. Landschaftsarchitekten sind wie kaum eine andere Profession für diese Aufgaben qualifiziert aufgrund ihrer interdisziplinären Ausbildung mit einem breit gefächerten Spektrum an Kompetenzen.

Wir sollten als adäquater Generalist den Mut haben, den ‚Planungshut‘ aufzusetzen. Denn: Fast alle Kompetenzen der Resilienz der Städte sind im Einzelnen unsere Fachbereiche, aber wir führen sie nur allzu selten und im Stillen zusammen.

bdla-Vizepräsident Stephan Lenzen

Klimaanpassung hängt eng mit der Entwicklung Grüner Infrastruktur zusammen, einem Thema, das im bdla seit mehreren Jahren im Fokus der planerischen Tätigkeit, der Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit steht.

Beruflicher Nachwuchs
Auch in der Landschaftsarchitektur verschärft sich der Fachkräftemangel, so dass viele Stellen in Planungsbüros wie öffentlicher Verwaltung nicht mehr oder nur sehr verzögert besetzt werden können. Präsidium und Landesgruppen des bdla hatten sich am 15. November 2019 zu einer Klausurtagung getroffen, um die Möglichkeiten des bdla zu erörtern und Strategien abzuleiten. In der ganztägigen Debatte wurden zwei Zielgruppen der Nachwuchswerbung identifiziert. Einerseits gilt es, bei Schülern anzusetzen und dort für das Studium der Landschaftsarchitektur zu werben, einem der derzeit spannendsten Berufe mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. Erster konkreter Ansatzpunkt ist, in bestehenden Studienführern und online-Portalen dafür zu sorgen, dass das Studium und das Berufsfeld der Landschaftsarchitektur adäquat dargestellt werden. Andererseits sollen die Studierenden in den Fokus genommen und unterstützt werden, ihr Studium erfolgreich zu beenden. Leider verlässt derzeit jeder dritte Studierende ohne Abschluss die Hochschule.

In punkto Ansprache Studierender steht der Verband, resp. der Bundesarbeitskreis Ausbildungswesen in einem langjährigen kontinuierlichen Austausch mit den Hochschulen zur Sicherung der Ausbildungsqualität. Neu hinzugekommen ist die Unterstützung bei der Gewinnung ausländischer Nachwuchskräfte sowie der Etablierung englischsprachiger Bachelor-Studiengänge. Der Kontakt zur Bundesfachschaft Landschaft und die Mitwirkung bei der alljährlichen Studierendenkonferenz Landschaft sollen ausgebaut werden. Außerdem hat sich der bdla die Erweiterung und Optimierung von bdla.de und der Seiten „Studium/Beruf“ auf die Fahnen geschrieben.

Weiterer Baustein der Nachwuchsförderung ist schon jetzt die Arbeitsgruppe Junge Landschaftsarchitekten, die im Jahr 2018 gegründet wurde. Geleitet von Franz Reschke, Franz Reschke Landschaftsarchitekten, Berlin, geht es darum, junge Bürogründer zu unterstützen, u.a. durch Weiterbildungsangebote zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen, Wegen in die Selbstständigkeit, VgV-Training und ähnlichem. Ganz aktuell ist das sog. „Gründerforum“ am Start, ein online-„Treffpunkt“ auf bdla.de zum Netzwerken, mit Wissenstransfer und – geplant – im Dialog mit Mentoren. Last but not least findet am 2. März 2020 die Werkstatt Junge Landschaftsarchitektur zu Fragen der Bürogründung und Selbstständigkeit statt.

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