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Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2019 geht an Baakenpark

© Foto: Manuel Frauendorf

Staatssekretärin Bohle und bdla-Präsident Rehwaldt übergeben Ersten Preis an Atelier Loidl. 500 Gäste applaudieren ausgezeichneten Planerteams.

Am Abend des 20. September 2019 wurden in Berlin der Erste Preis und die Auszeichnungen im 14. Jahrgang des Wettbewerbs Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis vergeben

Till Rehwaldt, Präsident des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten, begrüßte die rund 500 Gäste im Allianz Forum am Brandenburger Tor, vor welchem kurz zuvor der Internationale Klimastreik „Fridays For Future“ zu Ende gegangen war.

Die aktuellen Fragen, die Dispute um verdichtete Metropolen, ungleiche Lebensbedingungen und Klimawandel führen zu neuen, vielfältigeren Anforderungen an unsere Grünsysteme.

Till Rehwaldt

„Die aktuellen Fragen, die Dispute um verdichtete Metropolen, ungleiche Lebensbedingungen und Klimawandel führen zu neuen, vielfältigeren Anforderungen an unsere Grünsysteme. Die Entwicklung Grüner Infrastruktur als ein multifunktionales Netz von Freiräumen kann dabei helfen, diese Komplexität zu bewältigen, und vor allem auch die fachlichen Beiträge der Landschaftsarchitektur in die Gesellschaft zu kommunizieren“, führt er aus. „Mit der Bewerbung um den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis treten die Projekte in das Licht einer breiten Öffentlichkeit, zeigen die Vielfalt, die Kreativität und die Professionalität unseres Berufsstandes.“

Till Rehwaldt gratulierte den Gewinnern, dankte allen Wettbewerbsteilnehmern für deren herausragende Projekteinsendungen und den Förderern des Wettbewerbs für ihre Unterstützung.

Immer mehr Menschen in Deutschland zieht es in Städte. Deshalb werden im öffentlichen Raum Grünflächen als Orte der Begegnung, Erholung und Integration immer wichtiger.

Anne Katrin Bohle

Die Grußworte des Schirmherrn des Wettbewerbs, Bundesbauminister Horst Seehofer, überbrachte Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. „Immer mehr Menschen in Deutschland zieht es in Städte. Deshalb werden im öffentlichen Raum Grünflächen als Orte der Begegnung, Erholung und Integration immer wichtiger. Die Maßnahmen des Bundes leisten einen Beitrag zur Lebens- und Wohnqualität, zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur Verbesserung des Stadtklimas“, führte Staatssekretärin Bohle aus.

„Der Klimawandel ist die gefühlt größte Bedrohung für die Menschen“, führte Dipl.-Meteorologe Sven Plöger in seinem Vortrag „Klimawandel – Gute Aussichten für morgen?!“ aus. Die Bewältigung des Klimawandels ist nach Auffassung des gefragten TV-Moderators und Buchautors eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und dies über Ländergrenzen hinweg. „Die Städte von morgen müssen so gestaltet werden, dass man den Ereignissen aus dem Klimawandel begegnen kann; Stichwort Dachbegrünung, Schwammstadt, Grünsysteme, Durchlüftung, Verschattung, … Die Landschaftsarchitekten müssen die neuen Wetter- und Klimaverhältnisse in ihre Planung ‚einbauen‘.“

Wichtige Anstöße zur Entwicklung der Landschaftsarchitektur

Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preises 2019 an das Projekt „Baakenpark – Sehnsuchtsort in der östlichen HafenCity, Hamburg“, vorgestellt in einen 3:30 minütigen Film.

Staatssekretärin Anne Katrin Bohle und bdla-Till Rehwaldt gratulierten Felix Schwarz, Bernd Joosten und Andreas Lipp vom siegreichen Atelier Loidl Landschaftsarchitekten sowie Barbara Schwöppe vom Auftraggeber Hafencity Hamburg GmbH.

Im Zuge der städtebaulichen Entwicklung des Hamburger Baakenhafens wurde eine künstliche Halbinsel konzipiert. Die abwechslungsreiche Ausformung ihrer Uferkante steht im Kontrast zur Einfachheit des Hafenbeckens. Auch die innere Gliederung in drei „Plateaus“ folgt diesem rhythmischen Duktus und lässt individuell geformte Räume entstehen.

Neben vielfältigen Angeboten an Spiel- und Sport gibt es Räume für ruhige Erholung und für das Erleben der weiten Perspektiven. So erwachsen aus topografischer Dramatik und funktioneller Verdichtung eindrückliche räumliche Szenerien, die ihresgleichen suchen. Dies wird durch die sorgfältige Auswahl der Gehölze unterstützt. Das Preisgericht urteilte: „Dieser Entwurf ist eine richtungweisende Arbeit, die sich sehr selbstbewusst den aktuellen planerischen Herausforderungen stellt. Trotz des sehr spezifischen Ortes werden Ansätze aufgezeigt, die eine beispielhafte Allgemeingültigkeit besitzen und somit wichtige Anstöße zur Entwicklung der Landschaftsarchitektur geben.“

Landschaftsarchitektur als Beitrag zur Baukultur

Der Bandbreite landschaftsarchitektonischen Schaffens eine Bühne zu geben, hatte der Berufsverband Auszeichnungen in neun Kategorien im aktuellen Wettbewerb ausgelobt. Reinhard Hübsch, Moderator des Abends, führte durch die acht ausgezeichneten Projekte, die alle samt Zeugnis ablegen, dass Landschaftsarchitektur einen wichtigen Beitrag zur Baukultur leistet.

Auszeichnungen in neun Kategorien und einen Ersten Preis vergab der Auslober bdla an diesem Abend, überreicht von Förderern des Wettbewerbs an Landschaftsarchitekten für deren innovative Planungsleistungen und an ihre Auftraggeber. Alle Projekte wurden dem Publikum in einer Ausstellung und in Bild bzw. Film präsentiert – nachzuschauen auf bdla.de und auf www.deutscher-landschaftsarchitektur-preis.de. In einer 82seitigen Dokumentation ist der Wettbewerb 2019 zusammengefasst, eingeleitet vom Essay „Die glühende Zukunft unserer Städte“ von Dr. Susanne Götze.

Mit einem Fest über den Dächern der Stadt am Brandenburger Tor fand die fast einjährige Kampagne Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2019 ihren überaus gelungenen Abschluss. Im 4. Quartal 2020 startet der bdla in den 15. Wettbewerbsjahrgang.

 


Der Wettbewerb Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2019 wird gefördert von

 

 

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