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Das waren die 28. bdla-Bauleiter:innen-Gespräche am 16. und 17. Januar 2026 in Hagen

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Einen gelungenen Auftakt ins bdla-Veranstaltungsjahr 2026 gelang den 28. Bauleiter:innen-Gesprächen am 16./17. Januar am neuen Tagungsort in Hagen mit über 550 Teilnehmenden.

28. bdla-Bauleiter:innen-Gespräche, Stadthalle Hagen

Routiniert informierte Tom Kirsten über aktuelle Neuerungen in der Regelwerksarbeit. Im Mittelpunkt standen die Anforderungen an Pflanzhöhe und Fertigstellungspflege sowie eine neue Checkliste zur Kontrollprüfung der Pflanzen bei der Anlieferung als Anhang in der ATV Pflanzarbeiten. Zudem stellte er neue FLL-Veröffentlichungen zur Kostenplanung von Freianlagen und Biodiversität vor und berichtete über Anpassungen bei den Technischen Lieferbedingungen für Stauden. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass der VFBau bis Ende dieses Jahres aufgelöst und in einen neuen Baunormenverein überführt wird.

Tom Kirsten, bdla-Fachsprecher Bautechnik und Normenwesen

Dr. Sebastian Schattenfroh (bdla-Justiziar, Gaßner, Groth, Siederer & Coll.) beleuchtete anhand anschaulicher Praxisbeispiele rechtliche Fallstricke und Rahmenbedingungen bei Baunachträgen und Nachtragsprüfungen in den Leistungsphasen 7und 8. Er betont, dass der Umfang der Leistungspflichten in der Nachtragsprüfung vom Vertrag abhängen; insbesondere, wenn die vorgenannten Leistungshasen getrennt vergeben werden. Was bei der Nachtragsprüfung zu leisten ist, hängt vom Architektenvertrag ab. Klar wurde, dass Nachtragsprüfungen stark juristisch überlagert sind und er erläuterte die Grenzen zwischen fachlicher Mitwirkung und unzulässiger Rechtsberatung.

Prof. Dr. Felix Möhring von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe verhandelte in seinem Vortrag vertiefend die Kooperation beim Werkvertrag aus baubetrieblicher Perspektive. Dabei ging er auf wichtige Elemente der Kooperation und deren Meßbarmachung, Störungen im Bauablauf sowie Lösungsansätze bei der Konfliktbewältigung mit mehreren Projektbeteiligten ein.

Dietmar Ulonska (bis 2024 Betonverband Straße, Landschaft, Garten e. V.) stellte in seinem Vortrag die Frage nach Widersprüchen und Lösungsansätzen zwischen den einzelnen Regelwerken beim Betonpflaster. Einführend gab er einen Überblick der geltenden Normen und deren Anwendungsumfänge. Vertiefend ging er weiter auf die bauvertraglichen Vereinbarungen nach BGB und Definitionsansätze für eine Regelbauweise übertragen auf Pflasterdecken und -beläge sowie dem weitläufig bekannten Begriff „Ankerkannte Regeln der Technik“ ein.

Anknüpfend daran warf Prof. Astrid Zimmermann (Hochschule Osnabrück) ein Schlaglicht auf das Spannungsfeld von Gestaltung/Design und normativen Vorgaben. Als Beispiel führte sie die Barrierefreiheit und deren Anforderungen an Geländer, Umwehrungen und Handläufe auf. Auch das naturschutzfachliche Thema der baumfachlichen Baubegleitung im Sinne einer nachhaltigen Planung wurde in ihrem Vortrag angesprochen.

Prof. Dr. Mark von Wietersheim (forum vergabe e.V.) stellte die Integrierte Projektabwicklung (IPA) im Bau- und Vergaberecht vor und zeigte auf, wie Planung und Ausführung über einen Mehrparteienvertrag zusammengeführt werden. Anhand von Praxisbeispielen machte er deutlich, wie eine frühzeitige Zusammenarbeit, gestufte Zielkosten und gemeinsames Risikomanagement zu mehr Transparenz, Planungssicherheit und weniger Konflikten führen können.

Get-Together

Den zweiten Veranstaltungstag läutete Silke Sous (Aachener Institut für Bauschadensforschung) mit ihrem Vortrag zu niveaugleichen Schwellen und Barrierefreiheit ein. Sie adressierte insbesondere Problemstellungen, Konfliktlösungen und die aktuelle Regelwerkssituation. Sie stellte dabei unterschiedlichste Fallbeispiele und Lösungsansätze für Anschlussdetails vor. Konkret griff sie unter anderem Dachterrassenabdichtung mit Bahnen oder Einbausituationen der Fensterrahmen oder Balkontürschwellen bei Passivhausstandard auf.

Markus Illgas (Ulenberg Illgas Landschaftsarchitekten) gab mit seinem Vortrag einen Überblick über aktuelle Anforderungen an automatische Bewässerungsanlagen und wie Wasserherkunft, -speicherung und -verteilung intelligent kombiniert werden können – von Regen- und Grauwassernutzung bis zur automatischen Bewässerungsanlage.
Schwerpunkt waren normgerechte Planung, Ressourcenschonung und funktionale Bewässerungskonzepte für Vegetations- und Sportflächen

Den theoretischen Teil beendete Prof. Dr. Meuser (bis 2023 Hochschule Osnabrück) zur Bundesbodenschutzverordnung und der Ersatzbauverordnung. Er zeigte auf, wie die Ersatzbaustoffverordnung und Bundes-Bodenschutzverordnung rechtssicher angewendet werden – von Recyclingbaustoffen bis zur Herstellung durchwurzelbarer Schichten. Im Fokus dabei waren Einbauweisen, Bewertungskriterien und die Rolle des Grundwasserstandes für Planung und Landschaftsbau.

Anschließend führten Exkursionen in den Ostpark Bochum (Johanna Reisch, Henning Larsen), zum Hafenquartier Südliche Speicherstraße nach Dortmund (Sebastian Kröger/Heike Junk, Stadt Dortmund und Hellmut Neidhardt, BÜRO N), zum Klimagarten Schwerte (Lutz Zangenberg/Tobias Schlottbom, Förder Landschaftsarchitekten) und auf den BOB-Campus in Wuppertal Oberbarmen (Véronique Faucheur, atelier le balto und Guido Bauer, Bauer+Fecke Landschaftsarchitekten). Parallel fanden zwei Seminare statt, zur ZTV Wegebau 2022 bei Arno Tröger und zur Anwendung von EBV und BBodSchV in der Praxis bei Prof. Dr. Helmut Meuser.

Ostpark Bochum
Hafenquartier Südliche Speicherstraße, Dortmund
Klimagarten Schwerte
BOB-Campus Oberbarmen, Wuppertal

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