Die wirtschaftliche Lage der Planungsbranche bleibt angespannt. Das zeigt der Gesamtbericht der bundesweiten Konjunkturbefragung 2026 von Bundesarchitektenkammer, AHO, VBI und BIngK. Vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie neue Finanzierungsmittel wie das Sondervermögen Infrastruktur schlagen sich bislang nicht erkennbar in einer besseren wirtschaftlichen Lage der Architektur- und Ingenieurbüros nieder. Rückläufige Auftragsbestände, hohe Materialkosten und verzögerte Projektabläufe belasten aktuell die wirtschaftliche Situation vieler Büros.
Ein differenzierteres Bild liefert die BAK-Sonderauswertung von Juni 2026 für die einzelnen Fachrichtungen. An ihr nahmen mehr als 4.000 selbständig tätige Kammermitglieder teil, davon 8 % aus der Landschaftsarchitektur. Danach behauptet sich die Landschaftsarchitektur in dem schwierigen Marktumfeld bislang am besten. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage und Auftragsreichweite fallen überdurchschnittlich aus. Gleichzeitig trüben sich jedoch auch hier die Erwartungen für die kommenden Monate ein. Folgende Ergebnisse können aus der Perspektive der Landschaftsarchitektur festgehalten werden:
- 62 % bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut - gegenüber 45 % der Architekturbüros insgesamt.
- Nur 12 % bewerten ihre wirtschaftliche Lage als schlecht oder sehr schlecht - im Durchschnitt aller Architekturbüros sind es 22 %.
- Der Auftragsbestand liegt bei durchschnittlich 11,4 Monaten und damit 1,4 Monate über dem Durchschnitt aller Architekturbüros von 10,0 Monaten.
- Nur 3 % berichten von vielen Auftragskündigungen oder Leistungszurückstellungen - gravierende Auftragsausfälle sind damit vergleichsweise selten.
- 50 % berichten allerdings von einzelnen Auftragskündigungen oder Leistungszurückstellungen.
- 42 % erwarten in den kommenden Monaten sinkende Aufträge, davon 9 % einen starken und 33 % einen moderaten Rückgang.
- 18 % erwarten steigende Aufträge, während 41 % von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgehen.
- Lediglich 3 % halten eine Geschäftsaufgabe kurzfristig für wahrscheinlich, während 87 % eine Aufgabe für eher oder sehr unwahrscheinlich halten.
- Rund 26 % bewerten eine unangemessene bzw. unzureichende Vergütung als sehr oder eher starkes wirtschaftliches Hemmnis.
Die Zahlen zeigen aktuell das Bild einer Fachrichtung, die sich in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld noch vergleichsweise gut behauptet. Die vorhandenen Auftragsbestände sorgen bislang für Stabilität und Planungssicherheit. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung auch für die Landschaftsarchitektur verdichten. die Erwartungen der Büros fallen deutlich zurückhaltender aus als die Bewertung ihrer gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation. Damit könnte die allgemeine Investitions- und Konjunkturschwäche zeitversetzt auch die Landschaftsarchitektur stärker erreichen.
Für die kommenden sechs bis zwölf Monate wird entscheidend sein, ob der erhebliche Planungsbedarf insbesondere in den Bereichen der Klimaanpassung, der grünen Infrastruktur, der Infrastrukturplanung sowie der hitzeresilienten Entwicklung von Städten und Gemeinden auch tatsächlich in eine stabile Nachfrage nach Planungsleistungen mündet. Dieser Planungsbedarf wird für die Büros jedoch erst dann konjunkturell wirksam, wenn Investitionen gesichert, Projekte konkret angestoßen und Planungsleistungen verlässlich beauftragt werden. Entscheiden sind deshalb kontinuierliche öffentliche Investitionen, planbare Projektabläufe und Rahmenbedingungen, die den vorhandenen Planungsbedarf zügig in konkrete Aufträge überführen.
Die vollständigen Ergebnisse der Umfragen finden Sie hier und hier .
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