Es durfte gefeiert werden ... geballte nordische Energie auf der Preisverleihung!
© Geert Maciejewski
© Geert Maciejewski
Alle Preisträger:innen zum Gruppenbild auf der Bühne versammelt © Geert Maciejewski
Es wächst zusammen, was zusammen gehört © privat
Am Abend des 4. September 2026 verliehen der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen - die Landesverbände Hamburg e.V., Mecklenburg-Vorpommern e.V., Niedersachsen+Bremen e.V. und Schleswig-Holstein e.V. den Ersten Preis, Auszeichnungen und den Publikumspreis im Wettbewerb um den 1. Norddeutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2026.
Mit geballter nordischer Energie hatte der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) erstmals den Norddeutschen Landschaftsarchitektur-Preis ausgelobt. Gesucht wurden herausragende Projekte der Freiraum- und Landschaftsgestaltung in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Nun endlich wurde die Katze aus dem Sack gelassen: Am Freitag, 4. September wurden während einer feierlichen Preisverleihung im Hamburger Oberhafen die Preisträger:innen verkündet und gekürt.
Moderatorin Anke Rösler läutete den Abend ein und erläuterte den rund 170 Gästen das Prozedere des Preis-Verlaufs im vergangenen Jahr, beginnend mit der Auslobung und der Durchführung des Wettbewerbs. Eine siebenköpfige, international besetzte Jury hatte in einem zweistufigen Verfahren die Sieger-Projekte unter insgesamt 107 eingereichten Arbeiten ausgewählt. Im Gespräch mit den vier Landesvorsitzenden Carola Morgenstern (Mecklenburg-Vorpommern), Prof. Ute Aufmkolk (Niedersachsen+Bremen, stellvertretend), Johannes Hügle (Hamburg) und Bernward Benedikt Jansen (Schleswig-Holstein) wurde deutlich, wieviel Aufwand und wieviel Einsatz vieler ehrenamtlich Engagierter vonnöten war, um so einen Preis ins Leben zu rufen. Der besondere und wertvolle Nebeneffekt dabei: Die Landesverbände sind sehr eng zusammengerückt, Synergien werden in Zukunft noch sichtbarer und effizienter genutzt werden können.
Dann trat Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing als Schirmherr des Preises ans Mikrofon, um seine Sicht auf die äußert komplexen und vielfältigen Aufgabenfelder der Landschaftsarchitektur darzulegen, ehe es im Anschluss zur feierlichen Preisverleihung kam.
Eine Überraschung war dabei sicherlich die Vergabe des Hauptpreises an ein Projekt aus dem Bereich Landschaftsplanung und Naturschutz in Berne: Ruschsand – eine Flussinsel im Wandel der (Ge-) Zeiten von der Planungsgruppe Grün GmbH aus Bremen. Historisch bedingt war Ruschsand als Insel der Unterweser lange durch Eindeichung von der Dynamik der Tide abgetrennt – nun sind im Zuge der Gewinnung von Klei für den Küstenschutz wieder seltene Süßwasser-Flusswattbereiche entstanden, die dem Einfluss der Gezeiten unterworfen sind. Ziel ist es, eine „naturnahe, von Ebbe und Flut geprägten, vielfältig strukturierten Flusslauf“ zu entwickeln (Projekterläuterung der Planungsgruppe Grün GmbH, Bremen).
Auch der Publikums-Preis gilt als Überraschung, denn es handelt sich hier nicht um ein realisiertes Projekt, sondern um ein Konzept und die Entwicklung einer Vision zum Umgang mit einem stillgelegten Braunkohle-Revier in Helmstedt: Transformation – vom Braunkohlerevier zur Grünen Energielandschaft, für das das Büro Glück Landschaftsarchitektur GmbH in Kooperation mit Labor für urbane Orte und Prozesse aus Stuttgart verantwortlich zeichnet. „Notwendige zukünftige Veränderungen sollen nicht als Verzicht, sondern als Gewinn für alle empfunden werden. Positiv besetzte Bilder helfen dabei, diesen Veränderungen mutig zu begegnen“, sagt Prof. Stephan Lenzen, Präsident des Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen.
Die Anerkennungen in den folgenden Kategorien gingen an die folgenden Projekte und Büros:
„Das Beste im Norden ist ...“: Attraktivierung Friedrichskoog-Spitze, Friedrichskoog
Landschaftsarchitektur zur Förderung regionaler Baukultur
Bruun & Möllers; Hamburg
„Mi geiht dat goot!“: Nordpark, Braunschweig
Lebenswelten für Menschen
chora blau Landschaftsarchitektur PartG mbB; Hannover
„Dat is doch noch goot!“: Ernst-Ehrlicher-Park, Hildesheim
Landschaftsarchitektur im Bestand
HNW Landschaftsarchitektur Homeister von Weymarn PartGmbB; Hildesheim
„Wat mutt, dat gröön“: Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, Hamburg
Pflanzenverwendung in allen Lagen
Landschaftsarchitektur+; Hamburg
Holzapfel-Herziger & PartG mbB; Hamburg
„Hinterm Horizont...“: Weidenbaumspark, Hamburg
Perspektiven für zukunftsfähige Freiräume und Landschaften
Simons & Hinze Landschaftsarchitekten GmbH; Berlin
„Waterkant“ : Drehbrückenplatz, Hansestadt Lübeck
Landschaftsarchitektur in Wasserlage
TGP Landschaftsarchitekten BDLA, Trüper, Gondesen und Partner mbB; Lübeck
Publikumspreis: Transformation – vom Braunkohlerevier zur Grünen Energielandschaft, Helmstedt
Glück Landschaftsarchitektur GmbH mit Labor für urbane Orte und Prozesse; Stuttgart
Norddeutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2026: Ruschinseln - Eine Flussinsel im Wandel der (Ge-) Zeiten, Berne
Planungsgruppe Grün GmbH; Bremen
Die Bandbreite der eingereichten und ausgezeichneten Projekte zeigt auf, welchen wichtigen Beitrag Landschaftsarchitektur zur Bewältigung aktueller Herausforderungen wie Klimawandel, Flächenknappheit und Artenschutz leistet. Sie schafft attraktive Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen und trägt dazu bei, Städte und Landschaften zukunftsfähig zu gestalten. „Wir blicken heute schon gespannt auf das Jahr 2030 und darauf, welche Ergebnisse der 2. Norddeutsche Landschaftsarchitektur-Preis bringen wird!“, so Carola Morgenstern, Vorsitzende des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern.
Ein großer Dank gilt den fördernden Unternehmen des Wettbewerbs:
• ACO GmbH
• Godelmann GmbH & Co. KG
• Runge GmbH
• Baumschule Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG
Medienpartner
• competitionline
Verfasserin: Kerstin König
Landschaftsarchitektur
Aktuell
bdla