Bayern

Der bdla Bayern trauert um Gerrit Stahr

Ein Nachruf von Helmut Warter, ehemaliger Vorsitzender des bdla Bayern

Im Zuge meiner Arbeit für die Arbeitsgruppe „Kulturschatz Planungserbe“ des bdla Bayern war es für mich durchweg schön, mit ehemaligen Kolleg*innen Kontakt aufzunehmen.

Einer, der sich aufrichtig gefreut hat, dass sich jemand aus den „alten bdla-Zeiten“ bei ihm gerührt hat, war Gerrit Stahr. So haben wir uns letzten Sommer bei ihm in Haag in seinem sympathischen Holzbau am hängigen Ortsrand mit regenerativer Energieversorgung, naturnahen Garten samt Schilf und Bach zu einem ausführlichen Gedankenaustausch getroffen, den wir eigentlich in unregelmäßigen Abständen fortsetzen wollten.

Dabei hat er seine ganze Lebensgeschichte Revue passieren lassen. Zusammen mit Eike Schmidt gründeten die beiden „Preussen“ aus dem hohen Norden mitten in Oberbayern mutig ein Büro, das dank der kollegialen Partnerschaft bald erfolgreich war. Der spätere Garten + Landschaft-Redakteur Eike war das kettenrauchende Sprachrohr und der Texter, der ruhigere Gerrit der Künstler und Entwerfer. Gemeinsam renovierten beide Familien jahrzehntelang Stück für Stück ihre gemeinsame Wohnung im Haager Schloss in Abstimmung mit den Vertretern der Denkmalpflege – ein nerven- und geldverschlingendes Großprojekt voller Geschichten.

Der viel zu frühe Tod seines Partners liess den umgänglichen Gerrit noch eine weitere Partnerschaft mit Heinz Haberland eingehen. 

Was bleibt an Erinnerungen? Sein kräftiger Händedruck, sein aufrechter, leicht schleppender Gang – Folge einer überstandenen Kinderlähmung –  seine illusionslose Menschenkenntnis, seine Liebe zu Bäumen und Lebensräumen. Eisern hielt er seine über achzigjährigen Knochen und Gelenke mit täglich einstündigen Übungen in Schuss. 
Der Tod ereilte den geschätzten Kollegen Ende Oktober 2020 im Bad. Als plötzlicher Herzschlag auf einem Stuhl. Wenn ich Gerrit mit zwei Worten charakterisieren sollte, dann mit seinem fröhlichen Begrüßungsruf: „Mensch, ja!“