Niedersachsen+Bremen

Bremen - Position zur Nutzung des Rennbahngeländes

Pressemitteilung des Bündnis lebenswerte Stadt - grünes bremen

Ja zur lebenswerten grünen Stadt – NEIN zum Volksentscheid!

Bremen, den 26. April 2019. Die im Bündnis lebenswerte Stadt zusammengeschlossenen „grünen“ Vereine und Verbände sprechen sich für eine nachhaltige grüne und klimaangepasste Wohnbebauung auf dem Rennbahngelände aus.

grünes bremen 2019

© grünes bremen 2019

Das Bündnis hält es für vertretbar und angemessen, dass auf dem rund 36 Hektar großen Gelände im Bremer Osten ein modernes und gemischtes Stadtquartier mit viel Grün und attraktiven Freiräumen entsteht. In Ihrem heute vorgelegten Positionspapier fordert das Bündnis, dass bei einer Teilbebauung der Rennbahn mindestens ein Drittel des Areals als öffentliche Grün- und Erholungsfläche entwickelt wird. Diese Grünflächen sollten zugleich eine neue grüne Verbindungsachse zwischen Hemelingen, Sebaldsbrück und der Vahr möglich machen.

Die im Bündnis organisierten Fachverbände und Vereine sagen Ja zu einer lebenswerten grünen Stadt und NEIN zum Rennbahn-Volksentscheid am 26. Mai. Das Rennbahngelände biete große Entwicklungsperspektiven für den Bremer Osten und die einmalige Chance, dass ein bundesweites Vorzeigeprojekt in Bremen entsteht. Derzeit bestehen auf der Fläche für die meisten Bremerinnen und Bremer keine Möglichkeiten der Naherholung, da weite Teile des Geländes öffentlich nicht zugänglich seien. Das vorhandene Grün von Rennbahn und Golfplatz habe aktuell keine hohe Wertigkeit und sei auch für den Naturschutz von nur geringerer Bedeutung, stellte das Bündnis für eine lebenswerte Stadt in seiner Stellungnahme fest.

Nach Auffassung des Bündnisses wäre ein Volksentscheid gegen die Bebauung des Rennbahngeländes eine Entscheidung gegen eine lebenswerte Stadt und würde wichtige Entwicklungsperspektiven im Bremer Osten langfristig blockieren - ohne dass Alternativen – geschweige denn Finanzierungsmöglichkeiten - benannt werden, die über den Status quo hinausweisen. Das Bündnis kritisiert insbesondere auch den für den Volksentscheid aufgebauten Gegensatz „Grün statt Beton“ als völlig unangemessen und rückwärts gewandt. Die Formel „Grün statt Beton“ verweigere die Auseinandersetzung über die Zukunft der Stadt und stehe im Widerspruch zu einer notwendigen Diskussion über eine zukunftsfähige Entwicklung für Bremen.

Das Rennbahngelände muss für alle Bremerinnen und Bremer geöffnet werden. Neben einer anteiligen Bebauung des Rennbahngeländes braucht es vor allem auch eine grüne Verbindung zwischen der Vahr und Hemelingen und vielfältig nutzbares Grün mit zahlreichen Funktionen und Freiräumen. Mehr Investitionen in öffentliches Grün sind nötig und würden dem gesamten Bremer Osten gut tun.

Quartiersentwicklung im Bremer Osten – Wenn nicht auf der Rennbahn, wo dann?

Unstreitig ist der Wohnungsbedarf in Bremen. Bremen braucht auch im Osten preisgünstigen Wohnungsbau. Gerade hier befinden sich zahlreiche industrielle Arbeitsplätze, viele ArbeitnehmerInnen pendeln ins Umland. Eine Teilbebauung der Rennbahn kann hier entgegenwirken und damit längere Arbeitswege, mehr CO2-Emissionen und entsprechend eine geringe Lebensqualität in Hemelingen und der Vahr vermeiden. Die Stadt sollte als Eigentümerin zusammen mit den Stadtteilen sowie den benachbarten und künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern eine zukunftsfähige grüne Quartiersentwicklung vorantreiben, so die einhellige Meinung des Bündnisses für eine lebenswerte Stadt.

Das Bündnis Grünes Bremen sagt NEIN zum Volksentscheid über die „zukünftige Nutzung des Rennbahngeländes“ und plädiert hier für ein lebendiges durchgrüntes Quartier, das sich durch folgende Qualitäten auszeichnet:

  • grüne Quartiere mit einem hohen öffentlichen Freiraumanteil (mindestens 30 %)
  • Intensive Begrünung der Bauwerke (Dach- und Fassadenbegrünung) und der Bauwerksumgebung, ausreichend Platz auch für große Bäume
  • autoarm/ autofrei mit hoher Aufenthaltsqualität
  • urban, durchmischt und dicht mit guter Anbindung an den ÖPNV
  • höchste energetische Standards
  • hohe ökologische Standards bei Baumaterialien (Recyclingmaterialien, Holzbau)
  • Nutzung erneuerbarer Energien

 

Bündnis lebenswerte Stadt – grünes Bremen

Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen

Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) Landesverband Niedersachsen + Bremen e.V.

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Bremen e.V.

Verband Garten -, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen e.V.

Weitere Informationen unter www.gruenes-bremen.de<