Am 9. und 10. Juli 2026 kamen im Berliner Holzmarkt 25 rund 600 Teilnehmende aus Landschaftsarchitektur, Stadtentwicklung, Gartenbau, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Unter dem Motto „Verbindung“ wurde bei der diesjährigen Ausgabe von URBAN UTOPIA die Pflanze zum gemeinsamen Ausgangspunkt für fachlichen Austausch, neue Kooperationen und die Diskussion über lebenswerte, klimaangepasste Städte.
Ergänzt wurde die Konferenz durch einen öffentlich zugänglichen Fachmarkt mit mehr als 1.000 Besucher:innen.
Das Programm war mit 150 Speaker:innen und sechs parallel bespielten Räumen ausgesprochen vielfältig. Behandelt wurden unter anderem Baubotanik, Schwammstadt, Stadtbaumstrategien, gemeinschaftlich entwickelte urbane Wälder, Gebäudebegrünung, Pflanzenverwendung, Umweltbildung und neue Formen der Kommunikation. Auch Akteur:innen aus Bayern waren vertreten – darunter Ferdinand Ludwig von der Technischen Universität München, Klaus Körber von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau sowie Marie-Luise Schega von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Zwischen Fachkonferenz und Festival
Die besondere Qualität der URBAN UTOPIA lag weniger in der vertiefenden Behandlung eines einzelnen Fachthemas als in der Verbindung unterschiedlicher Wissens- und Praxisfelder. Landschaftsarchitektur wurde nicht isoliert betrachtet, sondern in Beziehung zu Gartenbau, Architektur, Forschung, Kultur, Politik, Aktivismus und Unternehmensgründung gesetzt.
Gerade darin liegt die fachliche Relevanz der Veranstaltung: Die notwendige Transformation urbaner Räume kann nicht durch einzelne Disziplinen allein bewältigt werden. Stadtbegrünung muss zugleich geplant, finanziert, kultiviert, gepflegt, politisch ermöglicht und gesellschaftlich vermittelt werden. Die URBAN UTOPIA machte diese Abhängigkeiten sichtbar und schuf zahlreiche informelle Räume, in denen Kontakte und mögliche Kooperationen über die eigentlichen Programmpunkte hinaus entstehen konnten.
Gleichzeitig brachte die große thematische Breite eine gewisse Unübersichtlichkeit mit sich. Durch die vielen parallelen Formate mussten Schwerpunkte konsequent gesetzt werden. Die Veranstaltung ersetzt daher keine thematisch fokussierte Fachtagung. Ihre Stärke liegt vielmehr darin, neue Perspektiven zu eröffnen, bislang getrennte Netzwerke miteinander zu verbinden und die Pflanzen- und Begrünungsbranche als gemeinsames Handlungsfeld sichtbar zu machen.
Zum Abschluss unterstrich Bundesumweltminister Carsten Schneider die Bedeutung von Stadtgrün, verschatteten Freiräumen und zugänglichen Wasserangeboten für die Klimaanpassung. Damit wurde zugleich deutlich, dass die auf der Konferenz diskutierten Themen längst nicht mehr nur fachinterne Anliegen sind, sondern zu zentralen Aufgaben der Stadtentwicklung und Daseinsvorsorge gehören.
Fortsetzung bereits angekündigt
Nach der Premiere 2025 und der deutlich gewachsenen zweiten Ausgabe soll das Format fortgesetzt werden. Die nächste URBAN UTOPIA Conference & Festival ist bereits für den 1. und 2. Juli 2027 angekündigt. Es wird interessant sein zu beobachten, ob die entstandenen Verbindungen bis dahin in konkrete Projekte, Kooperationen und politische Impulse übersetzt werden können.
Aus Berlin berichtet unser Juniorsprecher Jakob Endemann
- Latitude: 0
- Longitude: 0