1956, vor sieben Jahrzehnten wurde das Institut für Landespflege - heute Teil der TUM School of Engineering and Design - an der TU München gegründet. In der Zeit nach dem Wiederaufbau und im anschließenden Wirtschaftswunder war dies eine sehr vorausschauende Handlung.
Der Grund dafür war auch damals bereits die Erkenntnis, dass unsere Lebensgrundlagen wie Fläche, Boden, Wasser, Luft, Artenvielfalt und Landschaftsqualität unter zunehmendem Druck stehen, dem nur mit proaktiver, politisch gewollter Planung und mit anspruchsvoller Gestaltung begegnet werden kann.
Das Institut für Landespflege Weihenstephan gehört seither zu den einflussreichsten Ausbildungs- und Forschungsstandorten der deutschen Landschaftsarchitektur.
Angefangen bei Prof. Carl Ludwig Schreiber, der zum ersten Ordinarius des neu gegründeten Studiengangs Garten- und Landschaftsplanung berufen wurde, die Ausbildung in Weihenstephan aufgebaut und zahlreiche prägende Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten der Nachkriegsgeneration ausgebildet hat.
Schreiber initiierte 1966 einen zweiten Lehrstuhl für Landschaftspflege, den Wolfgang Haber übernahm. Aus diesem entwickelte sich später der Lehrstuhl für Landschaftsökologie. Prof. Haber gilt heute als einer der "Väter der Landschaftsökologie" in Deutschland und prägte die Verbindung von Planung, Naturschutz und Ökologie über Jahrzehnte.
In diesem Zeitraum nahm auch die Umweltbewegung ihren Anfang und führte dann zur Umweltpolitik, zur Landschafts- und Umweltplanung und zur Landschaftsarchitektur, wie wir sie heute kennen. Das Institut für Landespflege der TUM war hier ebenfalls von herausragender Bedeutung für Bayern, für Deutschland und im internationalen Maßstab.
Auch in jüngeren Jahren setze das Institut wichtige Meilensteile innerhalb der Profession. Etwa durch Günther Grzimek als prägenden Hochschullehrer der zweiten Generation. Er übernahm 1972 die Nachfolge von Prof. Carl Ludwig Schreiber. Als einer der wichtigsten deutschen Landschaftsarchitekten der Nachkriegszeit brachte er den gestalterischen Anspruch der modernen Landschaftsarchitektur in die Lehre ein. Unter ihm gewann Weihenstephan weiter an Bedeutung als Ausbildungsstätte für Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur.
Viele weitere Absolvent:innen der ersten und zweiten Generation wurden national und international bekannt beziehungsweise lehrten selbst im Anschluss am Institut und nahmen Einfluss auf die weitere Erfolgsgeschichte: stellvertretend genannt seien Peter Latz und seine Frau Anneliese Latz, Christoph Valentien und Donata Valentien sowie Karl Kagerer.
Es ist nicht vermessen zu sagen, dass der eigentliche Erfolg - auch abseits der herausragenden Einzelpersönlichkeiten - darin liegt, dass am Institut über Jahrzehnte in der Verbindung von Entwurf, Landschaftsplanung, Ökologie, Naturschutz und gebauten Freiräumen eine sehr eigene Haltung entstanden ist. Gerade diese Interdisziplinarität macht den Standort bis heute besonders.
Als Berufsverband sind wir überaus dankbar für die weitsichtigen Wegbereiter:innen von damals sowie aus den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten. Ihnen wie auch ihren aktuellen Nachfolger:innen verdanken wir als Berufsstand enorm viel - ja sogar ein Großteil dessen, was uns heute beruflich und nicht selten auch persönlich ausmacht und antreibt.
Sie alle, Professor:innen, wissenschaftliche, technische und administrative Mitarbeiter:innen, haben mit Ihrem beständigen Einsatz über Jahrzehnte hinweg dazu beigetragen, dass Generationen von Studierenden ausgebildet wurden, die seither an vielen Stellen und Orten weit über Bayern hinaus auf verschiedenste Weise maßgeblich wirken und mitgestalten.
Der bdla Bayern gratuliert allen aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter:innen des Instituts und bedankt sich für das große Engagement für Landschaft und Stadt, Mensch und Gesellschaft!
Damit auch künftige Generationen an diesem Ort professionelle Inspiration und Orientierung finden können, sind immer wieder gemeinsame Kraftanstrengungen nötig.
Wir als bdla engagieren uns gerne gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen des Instituts und seiner Lehrstühle dafür, dass Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung an der TUM eine starke und sichere Zukunft haben und freuen uns auf den weiteren gemeinsamen Weg.
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