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Was zeichnet die Landschaftsarchitektur aus?

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Wir brauchen Nachwuchs, täglich mehr. 

Von Marion Linke

Alle Branchen klagen über Nachwuchsprobleme. Im Vergleich geht es unserer Profession noch gut – in den letzten 12 Jahren mit einer Stagnation bei rund 600 Bachelor-Absolvent:innen pro Jahr. Aber warum wurden es trotz Fridays for Future nicht mehr Studierende? Oder ist diese Stagnation schon ein Gewinn im Hinblick auf allgemeine Prognosen zu Studierendenzahlen (minus 30 % bis 2035)?

Klimaanpassungsmaßnahmen und das Ausscheiden vieler Kolleg:innen in den Ruhestand, u.a. in Verwaltungen, bewirken einen hohen Bedarf an Landschaftsarchitekt:innen, mindestens das Doppelte der derzeitigen Absolvierenden.

Marion Linke
bdla-Fachsprecherin Ausbildungswesen

Immerhin steigen die Bewerber:innenzahlen für Studierende an einigen Studienstandorten bei regional unterschiedlicher und jährlich schwankender Auslastung der Hochschulen.

Der bdla engagiert sich für jeden Studienstandort, derzeit besonders für die TU Berlin. Hier geht es um den Erhalt des Studiengangs im Zuge von finanziellen Kürzungen. Oft sind es auch strukturelle Änderungen in den jeweiligen Hochschulen.

Offen sein für Neues

In Hamburg, wo über einen neuen Studienstandort nachgedacht wird, hilft die Suche neuer Allianzen, u.a. mit Nachbardisziplinen. In Nordrhein-Westfalen entstehen neue Konzepte, z. B. mit Kommunen gemeinsam duale Studiengänge zu betreiben. Grundsätzlich müssen wir mehr über den Tellerrand schauen, mehr miteinander reden, im persönlichen Tun für unseren Berufsstand stehen.

Die Architektenkammern diskutieren über Eintragungsvoraussetzungen und gemischte Bildungsbiographien. Doch das Kammerwesen ist für viele Studierende eine »black box« und völlig unbekannt und durch die unterschiedlichen Handhabungen auf Länderebene verwirrend.

Der Berufsstand nennt als Kernkompetenzen »Bauen mit Pflanze«, »komplex denken« und »offen Sein für Neues«. Nicht nur KI wird vieles in der Arbeitswelt ändern. Auch sollen neue Studientitel den Zeitgeist bedienen: climate change, green urbanism, transformated landscape governance, u.v.m. 

Zieht der Kern unseres Berufes, die Pflanze, ziehen notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen, die Entwicklung lebenswerter Freiräume, Siedlungen, Städte und Landschaften noch? Wie bestehen wir in Zeiten der Einsparungen? Wie wichtig ist die universitäre Ausbildung für unseren Berufsstand? – Für komplexe Fragestellungen gibt es keine einfachen Lösungen. So geht es auch dem bdla mit der Nachwuchsförderung.

Inzwischen gibt es viele Angebote für den Nachwuchs, Gespräche auf Augenhöhe, z. B. mit der LASKO, und am 24. April 2026 den ersten Hochschultag der Landschaftsarchitektur in Berlin. Es gilt, Anliegen der jungen Generation, wie mental health, ernst zu nehmen.

Was macht den Beruf zur Berufung?

Aber wie gewinnt man Nachwuchs? Was sagen die Studierenden der Landschaftsarchitektur selbst über ihre Studienwahl. Viele kannten den Beruf zuvor nicht und sind erst durch Zufall darauf gestoßen, ob über persönliche Kontakte, Einsätze bei Hochwasserkatastrophen oder in Beteiligungsverfahren.

Was zeichnet die Landschaftsarchitektur aus? Was macht den Beruf zur Berufung? Studierende haben bei den Begegnungen auf der LASKO in den letzten Jahren u. a. folgendes genannt:

  • sinnstiftend, alle sind darauf angewiesen,
  • Ganzheitlichkeit, Blick für Zusammenhänge,
  • praxisbezogen, draußen sein,
  •  Interesse für Landschaft, Naturschutz, Ökologie,
  • duales Studium,
  • Verbindung von Kreativität/Kunst, Naturwissenschaften und Technik,
  • Interesse an individueller Gestaltung,
  • klimaresiliente Städte, Gestaltung wirkt auf die Umwelt ein,
  • gestalterische Schiene ist zu wenig: Umgang mit Lebendigem, Interdisziplinarität,
  • Orte besser machen, für den Menschen planen.

Womit also können wir die junge Generation begeistern? Ist Landschaftsarchitekt:in noch ein Traumberuf? Und was können wir dafür tun? Dazu soll dieses Heft mit seinen vielen Facetten einen Einblick geben.

Weitere Informationen zum Thema


Autorin: Marion Linke, Landschaftsarchitektin bdla, Marion Linke + Klaus Kerling Landschaftsarchitekten bdla, Landshut, bdla-Fachsprecherin Ausbildungswesen. Der Text erschien in der bdla-Verbandszeitschrift "Landschaftsarchitekt:innen" 2/2026.

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