Nordrhein-Westfälischer LandschaftsArchitekturPreis 2014 entschieden

Preisträger des diesjährigen LandschaftsArchitekturPreises sind die Landschaftsarchitekten Thomas Dietrich, Ehm Eike Ehrig Bielefeld, Ulrike Böhm und Jutta Wakob. Wir gratulieren den Preisträgern.

Zum fünften Mal hat die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla nw) den Nordrhein-Westfälischen LandschaftsArchitekturPreis vergeben. Mit dieser Preisvergabe sollen die Kreativität und die Gestaltungs- und Leistungsfähigkeit von Landschaftsarchitektinnen und –architekten sichtbar werden. Projekte und Planer und Bauherren werden ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit vorbildlich wirken, weil sie eine gestalterisch hochwertige, sozial und ökologisch orientierte Siedlungs- und Landschaftsentwicklung und eine zeitgemäße, mutige und kreative Landschaftsarchitektur fördern. Die Projekte müssen realisiert sein. Die Firma RINN Beton- und Naturstein GmbH & Co.KG unterstützt dankenswerterweise den Landschaftsarchitekturpreis 2014.

Am 12. März tagte die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dirk Junker, Hochschule Osnabrück und Landschaftsarchitekt bdla. Es wurden insgesamt 22 Arbeiten eingereicht.  Vier Projekte wurden prämiert. Die Preise gingen an Thomas Dietrich, Planergruppe GmbH Oberhausen für das Projekt Schalker Verein Gelsenkirchen, an Ehm Eike Ehrig, L-A-E LandschaftsArchitektur Ehrig & Partner (Bielefeld) für das Projekt Johannisberg Bielefeld, an Ulrike Böhm,  bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau (Berlin) für das Projekt Nordpark Pulheim und an Jutta Wakob, LILL + SPARLA Landschaftsarchitekten (Köln) für das Projekt Familienpark Zoobrücke Köln.

Beim Projekt Schalker Verein Gelsenkirchen würdigte die Jury insbesondere den behutsamen und nutzerorientierten Ansatz. Das Konzept zur Wiedernutzbarmachung des Areals „Schalker Verein“ setzt sich mit der nach wie vor aktuellen Fragestellung der Nachnutzung altindustrieller Relikte auseinander. Der Planergruppe Oberhausen gelingt es dabei, mit einer ebenso kraftvollen wie uneitlen Formensprache den Raum neu zu definieren und dabei die Ästhetik nutzergenerierter zufälliger Elemente ganz selbstverständlich zu integrieren.

Der respektvolle Umgang mit dem historischen Erbe überzeugte die Jury bei dem Projekt Johannisberg in Bielefeld. Mit dem Johannisberg rückt die Wiedernutzbarmachung vergessener Orte in den Fokus. Ein Ort mit Geschichte wird über Parkpflegewerke untersucht und seine Qualitäten werden behutsam wiederentdeckt und schließlich in konkrete Gestaltung umgesetzt, die sich sehr zurückhaltend gibt und großen Respekt gegenüber der Vergangenheit spüren lässt (Foto Gerald Pätzer).

Besonders beeindruckt war das Preisgericht von der schlichten, aber kraftvollen und wie selbstverständlich wirkenden Lösung des Übergangs zwischen Innen und Außen beim Projekt Nordpark Pulheim. Mit der Definition eines Siedlungsrandes über eine Art „parc agricole“ gelingt bbzl die Schaffung eines neuen Typs von Naherholungslandschaften am Stadtrand. Integriert in das Projekt „Regio Grün“ der Regionale 2010 schafft der Nordpark eine abwechslungsreiche und spannende Genese aus Landwirtschaft und Stadtrand. Die Qualitäten des Wettbewerbsentwurfes wurden mit großer Sorgfalt in gebaute Landschaft übersetzt.

"Eine kluge Lösung für Unorte und die typischen Schmuddelecken unserer Städte ist das  Projekt Familienpark unter der Zoobrücke"  befand die Jury einstimmig.  „Unter der Brücke“ – ein typischer Unort wird mit Mitteln der Landschaftsarchitektur zu einem Familienspielzimmer im Freien. Die Idee und ihre ästhetisch-funktionale Umsetzung sind beispielgebend für den Umgang mit vergleichbaren Situationen. Vermeintliche Standortnachteile werden durch geschickte Gestaltung und Funktionszuweisung in robuste und attraktive Angebote für Spiel, Sport und Freizeit verwandelt.

Die vier ausgezeichneten Beiträge zeigen -  bei aller Unterschiedlichkeit in Bezug auf Lage und Rahmenbedingungen -  wie Orte in der Stadt mit Mitteln der Landschaftsarchitektur nachhaltig in Wert gesetzt werden. Es entstehen Freiräume, die in unterschiedlichster Art von der Bevölkerung in Besitz genommen werden können.

Die offizielle Preisverleihung im feierlichen Rahmen wird im Herbst gefeiert. Die prämierten Arbeiten und auch die übrigen Projekte werden dort in Kooperation mit dem M:AI (Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW) im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden.

Ort und genauer Termin werden noch bekannt gegeben.

Weitere Hintergrundinformationen

Vorprüfung:

Christian Jürgensmann, plan b, Duisburg, Landschaftsarchitekt bdla

Jury:

- Günter Laubinger, Firma RINN 

- Dr. Ursula Kleefisch-Jobst                 

- Michael Arns, AK NW    

- Anne Katrin Bohle, MWEBWV, Düsseldorf    

- Prof. Dirk Junker, Hochschule Osnabrück, Landschaftsarchitekt bdla nw

- Prof. Kathrin B. Volk, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Detmold

- Karl-Heinz Danielzik, Landschaftsarchitekt bdla, Vorsitzender bdla nw   

Die Ergebnisse dieses Verfahrens werden über Ausstellungen und Veröffentlichungen in den unterschiedlichsten Medien einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Die bisherigen Träger der Preise waren RMP Landschaftsarchitekten / Stephan Lenzen mit den „Neuen Gärten“ auf dem Dycker Feld, Andreas Kipar mit dem „Stadtpark Fischeln“ in Krefeld, das Landschaftsarchitekturbüro Davids | Terfrüchte + Partner mit der Wupperpromenade „Schoolwalk“ in Wuppertal und das Büro wbp Landschaftsarchitekten mit dem Urbanus Kirchplatz in Gelsenkirchen. Die in den Jahren 2004, 2006, 2008 und 2012 vergebenen Preise und Würdigungen deckten das gesamte Spektrum der Landschaftsarchitektur ab, vom Hausgarten bis zum Stadt- oder Gartenschaupark.

Der Preis wird seit 2004 turnusmäßig alle zwei Jahre vergeben, 2010 fand wegen des Großereignisses Kulturhauptstadt Ruhr keine Preisvergabe statt.

Pressemeldung als download!


Geschrieben am 15.03.2014 - geändert am 22.05.2014

 

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